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Als Aschkenasim (auch aschkenasische Juden) bezeichnet man Juden mit Wurzeln in Mittel-, Nord- und Osteuropa. [1]Der Begriff leitet sich von „Aschkenas“ ab – einer hebräischen Bezeichnung, die im Mittelalter für das deutsche Sprachgebiet (insbesondere das Rheinland wie Mainz, Worms und Speyer) verwendet wurde. [1, 2]Sie stellen heute weltweit etwa 60 bis 70 Prozent aller Juden (vor dem Holocaust im Jahr 1939 waren es sogar rund 94 Prozent). [1, 2]
Wichtigste Merkmale der Aschkenasim
- Herkunft: Nachfahren von Juden, die sich ab dem Frühmittelalter/10. Jahrhundert im Heiligen Römischen Reich niederließen und später nach Osteuropa (Polen, Ukraine, Russland) migrierten. [1, 2]
- Sprache: Historisch Jiddisch – eine Sprache, die Elemente aus dem Mittelhochdeutschen, Hebräischen, Aramäischen und slawischen Sprachen verbindet. [1, 2]
- Kultur und Ritus: Sie haben eigene liturgische Bräuche (Minhag), Aussprachen des Hebräischen sowie kulinarische Traditionen (z. B. Gefilte Fish, Latkes).
Unterscheidung zu anderen jüdischen GruppenDas jüdische Volk ist weltweit kulturell, geografisch und sprachlich vielfältig. Die wichtigsten anderen Gruppen sind: [1]
- Sephardim:
- Herkunft: Ursprünglich von der Iberischen Halbinsel (Spanien und Portugal), von wo sie 1492 vertrieben wurden. Viele ließen sich im Osmanischen Reich, in Nordafrika oder Südeuropa nieder.
- Sprache: Traditionell Ladino (ein romanischer Dialekt, basierend auf Altspanisch).
- Unterschied zu Aschkenasim: Sie haben eigene religiöse Traditionen, Melodien beim Gebet und eine andere historische Migrationsgeschichte. [1]
- Misrachim (orientalische Juden):
- Herkunft: Juden aus dem Nahen Osten und Nordafrika (z. B. Irak, Syrien, Jemen, Iran), deren Gemeinden oft direkt auf die babylonische Diaspora zurückgehen.
- Unterschied zu Aschkenasim: Sie lebten Jahrhunderte lang in mehrheitlich islamischen Gesellschaften und unterscheiden sich stark in Musikkultur, Küche und liturgischen Details. [1]
- Weitere Gruppen: Dazu gehören unter anderem die äthiopischen Juden (Beta Israel), die persischen, bucharischen oder georgischen Juden sowie die Romanioten (griechischsprachiges Judentum). [1, 2]
Hinweis: Trotz dieser unterschiedlichen regionalen Ausprägungen handelt es sich um eine gemeinsame religiöse und ethno-religiöse Gemeinschaft, keine unterschiedlichen Religionen. Mehr zur geschichtlichen Einordnung finden Sie beim Jüdischen Museum Berlin. [1, 2]
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