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Forscher entdecken unsichtbare Bedrohung, die aus dem Himmel auf die Erde fällt
Jessica Dawid 08 Feb 2018

Wolken über dem Philippinschen Meer Nasa ErdeWolken über dem Philippinschen Meer Nasa ErdeNASA/M. Justin Wilkinson, Texas State University, Jacobs Contract at NASA-JSC
Schon länger haben Forscher versucht, den Ursprung eines seltsamen Phänomens zu lösen: Warum tauchen dieselben Virenarten auf unterschiedlichen Plätzen der Welt mit völlig unterschiedlichen Umweltbedingungen beinahe gleichzeitig auf?

Nun könnte es eine mögliche Erklärung dafür geben. Wie Forscher der University of British Columbia in einer Studie in dem Fachmagazin „International Society für Microbial Ecology Journal“ aufzeigen, sollen sich jede Menge Viren in den unteren Schichten unserer Atmosphäre befinden. Aus den Daten geht hervor, dass Hundertemillionen Viren pro Tag in der untersten Schicht der Atmosphäre herumschwirren. Dies könnte einer der Gründe sein, weshalb Viren sich so schnell rund um den Globus verbreiten können.

Viren gehören zu den Mikroben, die am häufigsten auf der Erde vorkommen. Eine Nonnillion sollen allein schon im Ozean vorkommen, mehr als eine Trillion Viren pro Quadratmeter sollen hingegen jährlich vom Himmel rieseln.

„Jeden Tag lagern sich 800 Millionen Viren oberhalb der planetaren Grenzschicht an. Das sind 25 Viren pro Kanadier“, so der Virologe Curtis Suttle von der University of British Columbia. In der planetaren Grenzschicht bildet sich das Wetter — sie liegt unterhalb der Stratosphäre.

Viren werden durch Staub und Gischt übertragen
Wie die Wissenschaftler berichten, ist noch nicht eindeutig erforscht, wie Viren in die Luft gelangen, allerdings könnten Staub und Gischt ein Träger sein, wie es auch bei Bakterien der Fall ist. Um ihre Theorie beweisen zu können, brachten sie Geräte zur Aufzeichnung und Sammlung oberhalb der planetaren Grenzschicht im Sierra Nevada Gebirge in Spanien an — eine Region, die stark von der sogenannten globalen Staubschicht betroffen ist.

Tatsächlich fanden die Forscher heraus, dass Millionen von Bakterien und Milliarden von Viren je Quadratmeter in der freien Troposphäre vorhanden sind und einen Transport in die Atmopshäre überstehen.

Viren sind wichtig für unser Ökosystem
Diese Viren sind aber nicht nur da oben im Himmel, um mit dem Regen runterzufallen und euch krank zu machen. Wie die Forscher schreiben, können Viren sogar hilfreich sein, weil sie eine bedeutende Rolle im Kohlenstoffkreislauf des Ozeans spielen. Außerdem können sogennante Bakteriophagen auch für den Menschen nützlich sein, indem sie gefährliche Bakterien vernichten. Da Viren verschiedener Art über lange Zeiten in der Atmsophäre verweilen, sprechen die Wissenschaftler außerdem auch von einer Art Saatbank.

„Wenn bestimmte Bakterien und Viren aus der Atmosphäre auf die Erde fallen, könnten sie Auswirkungen auf die Struktur und Funktion des entsprechenden Ökosystems haben“, so die Forscher und ziehen einen weiteren positiven Schluss daraus: „Diese Ablagerung ist eine Saatbank, die Ökosystemen helfen kann, sich schnell an Veränderungen der Umwelt anzupassen.“

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WARUM?
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