Haaa HAA! Sormuştums Rusya NEDEN sessiz diye. Ve evet, Ermenilere destek olmadı BATI, yoksa kusura bakmayın Azeri kardeşler Tayyip gibi götün götün ardınıza bakıp giderdiniz

Bak kardeşim…
İster Türk, Kürt, Alman, Ermeni veya Azeri kardeşlerim…
Gerçekçi olmak gerekir, gerçeklerin ta göz bebeğinin içine bakacaksın…
Yok çaresi, lafla peynir gemisi yürümez…
Tayyip gibi, başkasının götü ile osurulmaz.

„Russlands Triumph? Der neue Status quo im Südkaukasus nach Ende des Konfliktes um Bergkarabach
14 Nov. 2020 08:48 Uhr

Die Welt schaute über sechs Wochen zu, wie Aserbaidschan die Gebiete rund um und in Bergkarabach mit seiner Offensive zurückeroberte. Doch das Ende des Krieges kam ebenso überraschend wie auch dessen Beginn. Nun schickt Russland Friedenstruppen in die Region

Das Ende des zweiten Bergkarabach-Krieges, das mit dem Friedenspakt vom 9. November erzielt wurde, kam nur auf den ersten Blick überraschend. Denn nur wenige Stunden, nachdem Wladimir Putin, Ilcham Alijew und Nikol Paschinjan das Dokument unterschrieben hatten, landeten bereits die ersten Soldaten der russischen Friedenstruppen auf einem armenischen Flugplatz, um dann auf dem Landweg in das Kampfgebiet zu gelangen.
Diese schnelle logistische Leistung spricht dafür, dass russische Truppenkontingente in Einsatzbereitschaft standen und nur auf den Marschbefehl warteten. Der russische Einsatz lag also schon länger als Option auf dem Verhandlungstisch, genauso wie die Rückgabe der aserbaidschanischen Gebiete außerhalb der Grenzen des einstigen sowjetischen Autonomen Gebiets Bergkarabach an die Republik Aserbaidschan.
In der einen oder anderen Form wurde diese Formel seit Ende der 1990er-Jahre im Rahmen der internationalen Verhandlungsformate zur Regulierung des Konflikts diskutiert. Die Gebiete außerhalb von Bergkarabach dienten für die nicht anerkannte Republik und ihre Schutzmacht Armenien als Sicherheitszone und Faustpfand bei den Verhandlungen mit Aserbaidschan. Sie im Zuge von Verhandlungen an Aserbaidschan abzugeben – selbst im Austausch für diplomatische Vorteile, beispielsweise in der Frage nach dem Status von Bergkarabach –, schien für die armenische Seite lange Zeit unmöglich.
Psychologisch war das die Folge des Sieges im ersten Karabach-Krieg, als die Kämpfer der Karabach-Armee mit Unterstützung aus Armenien die Aserbaidschaner nicht nur aus Bergkarabach vertrieben, sondern auch Teile Aserbaidschans eroberten. Wie auch vor knapp 30 Jahren hielten die Armenier die gegnerischen Aserbaidschaner offenbar für schlechtere Kämpfer und hatten zu wenig Angst vor einer Gegenoffensive.
Im ersten Karabach-Krieg fügten sie den Aserbaidschanern schmerzhafte Verluste zu. Alle Berechnungen der Kriegsopfer des damaligen Krieges, der von 1991 bis 1994 mehr als drei Jahre dauerte, kamen auf eine größere Opferzahl auf der aserbaidschanischen Seite. Nach den konservativsten Schätzungen verloren mindestens 6.000 Armenier und 10.500 Aserbaidschaner ihr Leben. Gemessen am Armeekontingent, das an den Kampfhandlungen auf beiden Seiten beteiligt war, sind solche Verluste durchaus mit den Verlusten der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg vergleichbar.
War die Niederlage vermeidbar?
Laut dem armenischen Regierungschef Paschinjan konnte der „schlechte Frieden“, der in Moskau ausgehandelt wurde, nur nach einem Kampf ausgehandelt werden. Die Abgabe der aserbaidschanischen Gebiete auf diplomatischem Weg kam für ihn nicht nur vor, sondern auch nach Beginn des Krieges nicht infrage. Damit drückte er auch die Stimmung in großen Teilen der armenischen Bevölkerung aus. Diesmal wurde aber der bewaffnete Kampf verloren. Warum?
Dafür gibt es mehrere Gründe – und das sind nicht nur die Fehleinschätzungen des Gegners durch Armenien, der in der Zwischenzeit seine Armee zusammen mit den türkischen Verbündeten trainierte und mit neuer Kriegstechnik umrüstete. Es waren auch diplomatische Fehleinschätzungen. Armenien, das sein politisches System auf dem westlichen Modell einer parlamentarischen Demokratie errichtete, hoffte im Laufe der Jahre immer mehr auf die Unterstützung des Westens – vor allem der USA und Frankreichs mit ihrer jeweiligen armenischen Diaspora.
Grundsätzlich hatte Armenien aufgrund seiner alten christlichen Kultur, seiner tausendjährigen Geschichte und seines leidvollen Schicksals im Ersten Weltkrieg im Westen ein besseres Image als das muslimisch geprägte Aserbaidschan. Bis heute hält sich die Republik Armenien jedoch mit einer offiziellen Anerkennung Bergkarabachs zurück, denn dieser Alleingang könnte die Position und das Image Armeniens international beeinträchtigen. Aserbaidschan signalisierte auch seinerseits stets, dass die Anerkennung Bergkarabachs eine „rote Linie“ darstelle. Trotz vieler Anzeichen dafür hielt die armenische Außenpolitik auch noch kurz vor dem Krieg ein massives Eingreifen der Türkei in den Konflikt für wenig wahrscheinlich. „Das würde die Welt zu sehr an das türkische Genozid an Armeniern erinnern“, meinte die Fraktionschefin der Regierungspartei noch im Juli.
Erschwerend hinzu kam auch die Verschlechterung der Beziehungen zu Russland, die nach der „Samtenen Revolution“ Anfang 2018 einsetzte. Diese „Revolution“ brachte den jetzigen prowestlichen Regierungschef, den Ex-Journalisten Nikol Paschinjan, an die Macht. Die militärische Zusammenarbeit mit Russland wurde eingeschränkt, infolgedessen blieb die Armee Bergkarabachs ohne moderne Luftabwehr und verlor auch deshalb den Drohnenkrieg gegen die Aserbaidschaner.
Im Unterschied zum ersten Krieg um Bergkarabach verzichtete die armenische Regierung diesmal trotz Ankündigung auf eine totale Mobilisierung im Land und schickte nur freiwillige Kampfgruppen zur Unterstützung Bergkarabachs. Der Eingriff der regulären Armee unterblieb jedoch. Die Folge war die Zerschlagung der maximal 20.000 Mann starken Armee der nicht anerkannten „Republik Arzach“ mit knapp 147.000 Einwohnern durch einen weit stärkeren Gegner.
Russland – als Armeniens Verbündeter in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) – durfte und wollte in diesen Konflikt nicht eingreifen, weil der Krieg nicht auf dem Territorium Armeniens stattfand. Zumal man in Moskau ohnehin kein Interesse an einem militärischen Konflikt mit Aserbaidschan hatte, zu dem Russland ja ebenfalls sehr gute Beziehungen pflegt. Die langjährigen Staatschefs beider Länder, Wladimir Putin und Alijew, die einander seit mindestens zwei Jahrzehnten kennen, zeigen sich gerne in der Öffentlichkeit wie gute Freunde.
Jetzt steht die Regierung in Jerewan vor einem Scherbenhaufen. In nur sechs Wochen des Krieges verloren aufseiten Bergkarabachs über 1.300 Kämpfer und ca. 50 Zivilisten ihr Leben. Angesichts solcher Verluste musste nun ein Abkommen zu viel schlechteren Bedingungen abgeschlossenen werden, als dies noch vor dem Krieg möglich gewesen wäre. Bergkarabach, das von Armenien als heilige Stätte ihres kulturellen und staatlichen Ursprungs angesehen wird, verlor nun bis zu 40 Prozent seines Stammgebietes, darunter die militärstrategisch sehr wichtige Stadt Schuscha (armenisch: Schuschi). Die von den Karabach-Kräften besetzten aserbaidschanischen Gebiete gehen infolge des Abkommens an Aserbaidschan zurück, darunter das weitläufige Gebiet zwischen Armenien und Bergkarabach sowie Pufferzonen südlich und östlich von Bergkarabach. Nun sorgt nur der von russischen FSB-Grenztruppen kontrollierter fünf Kilometer schmale Latschin-Korridor als Landverbindung zwischen Armenien und Bergkarabach. Laut dem Abkommen bekommt Aserbaidschan auch einen sicheren Transportweg durch Armenien, der die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan mit dem restlichen Aserbaidschan verbindet.
Nach Einschätzung von Militärexperten konnten die Aserbaidschaner nach dem Fall von Schuscha auch den Rest des umkämpften Gebietes innerhalb von wenigen Tagen zurückerobern. Nun stehen die russischen Friedenstruppen ihnen aber im Weg. Trotzdem wertet der aserbaidschanische Präsident Alijew den Ausgang des Krieges als großen Erfolg. Die Ziele, die Aserbaidschan mit dieser Offensive verfolgte, seien erreicht worden.
Auch auf der persönlichen Ebene zeigt Alijew Genugtuung. Schuscha, als Panahabad die ehemalige Hauptstadt vom Khanat Karabach und wichtiges Wahrzeichen für beide Konfliktpartner, hatten Armenier am 9. Mai 1992 eingenommen. Am 9. Mai 2019 kam Premier Paschinjan nach Schuscha und tanzte während der Feierlichkeiten aus Anlass des 27. Jahrestages der Einnahme der Stadt. Das löste in Baku Empörung aus.
Jetzt, nachdem Aserbaidschan die Stadt zurückerobert hatte, erinnerte der aserbaidschanische Präsident höhnisch an diesen Tanz und sagte russischen Journalisten: „Als Paschinjan in Schuscha im Alkoholrausch tanzte, hat er schon damals vorgezeichnet, was heute geschah.“
Am 10. November trafen die ersten russischen Soldaten eines fast 2.000 Mann starken Kontingents in Bergkarabach und damit völkerrechtlich auf dem Territorium Aserbaidschans ein – zum ersten Mal in den Jahrzehnten nach dem Zerfall der Sowjetunion. Damit konnte Russland seinen verlorenen Einfluss im Südkaukasus ein Stück weit zurückgewinnen. Viele in Russland sprechen sogar von dem Triumph der russischen Diplomatie, die in der Lage war, nicht nur den verlustreichen Krieg zu beenden, sondern im Einvernehmen mit beiden Konfliktparteien seine zusätzliche militärische Präsenz in der Region zu sichern – möglicherweise sogar auf Jahrzehnte.
Das von den Staats- und Regierungschefs Russlands, Aserbaidschans und Armeniens unterzeichnete Abkommen kann als historisch bezeichnet werden. Dieses Dokument gibt bereits die Richtung für eine friedliche Lösung eines sehr schwierigen Konflikts vor. Ich betone, dass keine weiteren Parteien – die Türkei, die USA und Europa – tatsächlich an der Unterzeichnung teilgenommen haben“, sagte der russische Politikwissenschaftler Igor Kefeli.
Und was ist mit der Türkei? Aserbaidschan kämpfte nicht nur mit türkischen Drohnen, die man ganz legal auf dem Waffenmarkt kaufen kann. Seit Jahren wirken in Aserbaidschan türkische Militärberater mit. Die Türkei verfrachtete auch Söldner von den türkisch kontrollierten Gebieten in Syrien nach Aserbaidschan, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan unterstützte seinen Verbündeten massiv mit Kriegsrhetorik, insbesondere in der ersten Kriegsphase.
Nun bleibt er außen vor. Erdoğan wirkte rechtfertigend, als er vor Journalisten sagte: „Wie auch immer Russland da ist, unsere Beobachtungs- und Monitoring-Gruppen werden dort auch sein.“ Damit meinte er gemeinsame russisch-türkische Beobachtungszentren, die außerhalb des Territoriums von Bergkarabach errichtet werden. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, dass „der Bereich der Zusammenarbeit mit der Türkei auf dem Territorium Aserbaidschans und nicht in Bergkarabach liegt“.
Neue Trennungslinien in der Region um Bergkarabach und Positionen der russischen Friedenstruppen:
Laut dem Politwissenschaftler Rostislaw Ischtschenko ist dies keineswegs ein Gewinn für die Türkei, weil das türkische Militär ja ohnehin in Aserbaidschan anwesend sei. Nun bekomme Russland auch noch die Möglichkeit, deren Tätigkeit auf dem Territorium dieses Landes aus nächster Nähe zu beobachten.
Russland ist global in sehr viele bilaterale, regionale und internationale diplomatische Formate eingebunden. Mit der Türkei unterhält es eine komplizierte Beziehung eines „Feintunings“. Nun wird es – wie in Syrien – auch in Aserbaidschan eine russisch-türkische Militärmission geben. Das ist vonseiten Russlands einerseits die Anerkennung der Tatsachen, dass die Türkei in Aserbaidschan mittlerweile über erheblichen Einfluss verfügt. Andererseits ist es aber auch der Versuch, eine bessere Kontrolle über die türkische Aktivität zu erlangen und eventuell auch eine zusätzliche diplomatische Plattform für Besprechung der Angelegenheiten auf dem Kaukasus zu errichten. Russland ist nach wie vor am Ausbau der logistischen Achse in die südlichen Teile Eurasiens unter Beteiligung Aserbaidschans und des Iran interessiert. Es war kein Zufall, dass die Entwicklung der Transport- und Transitwege sowie die Wiederbelebung der wirtschaftlichen Aktivität „in der Region“ auch einer der Punkte des Moskauer Waffenstillstandsabkommens war.“

https://de.rt.com/asien/109137-russlands-triumph-neue-status-quo/

Oldukça TARAFSIZ, kayda ve aslında tercüme edilmeye değer bir makale. Tavsiye ederim

“Was steckt hinter dem Schlagabtausch zwischen Erdoğan und Macron?
31 Okt. 2020 18:36 Uhr

Vordergründig geht es bei der rhetorischen Schlammschlacht zwischen den Präsidenten Frankreichs und der Türkei um den Islam. Doch um diesen Konflikt wirklich zu verstehen, müssen die innen- und außenpolitischen Interessen der jeweiligen Regierungen betrachtet werden.
Nach dem Wortgefecht zwischen den Präsidenten der Türkei und Frankreichs gleichen die Beziehungen zwischen beiden Staaten einem Scherbenhaufen. Es dürfte Jahre dauern, ehe wieder ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen und Respekt geschaffen werden kann. Zuletzt zitierte das türkische Außenministerium den Geschäftsträger der französischen Botschaft in Ankara zu sich – der Botschafter selbst wurde von Paris vor mehreren Tagen aus Protest gegen die Angriffe des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan auf Emmanuel Macron abgezogen. Mit diesem Schritt wollte die türkische Regierung gegen die Veröffentlichung von Erdoğan-Karikaturen durch die französische Zeitschrift Charlie Hebdo protestieren. Wie konnte es zu diesem Punkt kommen, und was steckt hinter den gegenseitigen rhetorischen Watschen? Um das zu erklären, muss einerseits der historische Hintergrund, vor dem sich der Streit abspielt, betrachtet und müssen andererseits aktuelle innen- sowie außenpolitische Faktoren untersucht werden.

Frankreich gehört zu jenen europäischen Staaten, die im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ein Kolonialreich in überwiegend muslimischen Regionen aufbauten. Zu den von Frankreich verwalteten Gebieten gehörten unter anderem Algerien, Tunesien, Syrien und der Libanon. Wie andere europäische Kolonialmächte ging Paris gegen Widerstand der Einheimischen nicht zimperlich vor, etwa in Algerien, das Frankreich für mehr als 130 Jahre regierte, von 1830 bis 1962. Hier begingen die französischen Besatzer zahllose Morde, Plünderungen, Vergewaltigungen und andere Verbrechen, vor allem während des Algerischen Unabhängigkeitskrieges ab 1954. Im Zuge der gewaltsamen Unterdrückung der algerischen Unabhängigkeitsbewegung starben Hunderttausende Algerier.
Auch in Syrien, das Frankreich vom zerfallenden Osmanischen Reich erbeutet hatte, hinterließen französische Soldaten Blutspuren, etwa bei der Niederschlagung eines großen Aufstandes Mitte der 1920er-Jahre. Im Nahen Osten ist das geheime Sykes-Picot-Abkommen von 1916, mit dem sich die beiden imperialistischen Mächte Frankreich und Großbritannien die Region ohne Rücksicht auf die Wünsche der dortigen Menschen aufteilten, unvergessen. Nach der Niederlage des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg besetzte Frankreich vorübergehend auch Teile der Türkei. Erst durch bewaffneten Widerstand konnte Paris zur Räumung der türkischen Gebiete bewegt werden.
Während Frankreich den Anspruch hatte, ein aufgeklärter, zivilisierter Staat zu sein, prägte sich den Einwohnern des Nahen Ostens und des Maghrebs aufgrund dieser brutalen Kolonialpolitik dauerhaft ein negatives Bild ein. Macrons Äußerungen zum Islam oder die französische Außenpolitik im Maghreb und im Nahen Osten allgemein werden von den Einwohnern dieser Gebiete vor diesem Hintergrund bewertet. Erdoğan ist sich dessen freilich bewusst und nutzt das in seiner Rhetorik geschickt aus, um sich als Verteidiger des Islams und antiimperialistischer Kämpfer auszugeben. Somit versucht er, auch die Regierungen jener arabischen Staaten unter Druck zu setzen, mit denen sich die Türkei in letzter Zeit aufgrund von Konflikten um Einflusssphären im Nahen Osten verfeindete. Diese historischen Begebenheiten müssen berücksichtigt werden, um die aktuelle rhetorische Auseinandersetzung Macrons und Erdoğans richtig einordnen zu können.
Wie kam es nun zu diesem Streit? Die neueste Runde der Zankereien zwischen Ankara und Paris begann nach dem Mord des französischen Lehrers Samuel Paty, der seiner Klasse umstrittene Karikaturen Mohammeds gezeigt hatte. Als Reaktion darauf kündigte Macron an, „die Aktionen gegen den islamistischen Extremismus im Land“ zu intensivieren. Als Teil dieser Kampagne gegen den „islamistischen Separatismus“ gab Paris bekannt, eine Pariser Moschee zu schließen. Zudem verteidigte Macron das Veröffentlichen religiöser Karikaturen. Am letzten Wochenende griff Erdoğan die Politik der französischen Regierung und insbesondere Macron persönlich massiv an. Angesichts seiner angeblich antiislamischen Politik müsse der Geisteszustand des französischen Präsidenten überprüft werden. Macron sei überheblich, wenn er die Neustrukturierung des Islams fordere. Erdoğan hatte bereits wiederholt den westlichen Staaten vorgeworfen, eine muslimfeindliche Politik zu verfolgen.
Es ist fraglich, inwiefern es Macron und Erdoğan wirklich um die vordergründige Debatte um den Islam geht. Denn zwischen beiden NATO-Staaten tobt seit Jahren ein eiskalter Machtkampf um Einfluss im Mittelmeer, in Afrika und im Nahen Osten. In Libyen setzt Paris auf den Feldherrn Chalifa Haftar, der sich gegen den politischen Islam positioniert und sich somit zum Feind der türkischen Regierung gemacht hatte, die eng mit der islamistisch-ausgerichteten international anerkannten libyschen Regierung in Tripolis verbündet ist. Während die Türkei islamistische Söldner aus Syrien nach Libyen brachte, um auf der Seite der Tripolis-Regierung gegen den Vormarsch der Haftar-Truppen auf die libysche Hauptstadt im letzten Jahr zu kämpfen, hatte Frankreich die Armee Haftars heimlich – trotz eines UN-Waffenembargos – unterstützt, um unter anderem die Interessen von französischen Petrochemiekonzernen in Libyen zu wahren. Neben Frankreich unterstützten beispielsweise auch die Vereinigten Arabischen Emirate Haftar, die sich ebenfalls in einem geopolitischen Konflikt mit der Türkei befinden. Die französische Unterstützung gelangte im Jahr 2016 mit dem Tod von drei französischen Spezialkräften aufgrund eines Helikopterunfalls an die Öffentlichkeit.
Aufgrund ihrer Differenzen gerieten die Militärs beider Staaten beinahe in einen Konflikt: Im Sommer dieses Jahres beschuldigte Frankreich die türkische Marine, vor der Küste Libyens auf ein französisches Kriegsschiff gezielt zu haben – was Ankara dementierte. Nach dem Scheitern der Haftar-Offensive, das nicht zuletzt der türkischen Intervention zu geschuldet ist, musste Macron um Sommer dieses Jahres erklären, dass Frankreich mittlerweile im Libyen-Konflikt eine neutrale Haltung verfolgt und den UN-unterstützen Friedensplan voll unterstützt.
Syrien ist ein weiterer Staat, in dem die gegensätzlichen Interessen Frankreichs und der Türkei aufeinanderprallen. Ursprünglich unterstützten beide Staaten die islamistischen Rebellen der sogenannten Freien Syrischen Armee gegen die legitime Regierung in Damaskus. Doch nachdem es um die Erfolgschancen dieser Gruppe zunehmend schlechter stand, setzte Paris vor allem auf eher säkular ausgerichtete kurdische Kräfte im Nordosten Syriens, die Ankara als Schwesterorganisation der in der Türkei und in vielen europäischen Staaten als Terrororganisation verbotenen „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) betrachtet. Die türkische Regierung baute dagegen ihren Einfluss auf die diversen islamistischen Gruppen aus und forcierte die Gründung der sogenannten Syrischen Nationalarmee im Jahr 2017, mit deren Hilfe sie anschließend mehrere vorher von den Kurden kontrollierte Gebiete in Syrien besetzte.
Auch im Streit um die Erdgasreserven im östlichen Mittelmeer positionierte sich Paris gegen die Türkei. Frankreich unterstützt die Ansprüche Griechenlands und der zyprischen Regierung, die sich mit jenen Ankaras überlappen. Ankara entsendet in die umstrittenen Meeresgebiete regelmäßig Erdgasforschungsschiffe, was Athen und Nikosia als Provokationen auffassen. Nach dem oben erwähnten Vorfall vor Libyen entsandte der französische Präsident Mitte August zwei Kampfflugzeuge und eine Fregatte in das östliche Mittelmeer – ein klares Signal an Ankara. Offenbar meint man in Paris, dass Erdoğan nur die Sprache der Macht versteht.
Ganz selbstlos ist Frankreichs Unterstützung für Griechenland freilich nicht; Athen möchte sechs neue und zwölf gebrauchte französische Kampfflugzeuge des Typs Rafale kaufen. Berichten zufolge belaufen sich die Kosten auf zwei Milliarden Euro. Im letzten Jahr unterzeichneten Frankreich und Griechenland Verträge im Wert von etwa einer Viertelmilliarde Euro zur Instandhaltung der griechischen Mirage-2000-5-Kampfflugzeuge, die ebenfalls aus französischer Produktion stammen. Athen kauft seit Anfang der 1970er-Jahre regelmäßig Kampfjets von Frankreich. Zusätzlich soll laut Medienberichten eine langfristige Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten auf dem Gebiet des Marinesektors in Planung sein.
Der gegenseitige Schlagabtausch ist aber auch innenpolitisch für beide Akteure wichtig. Die türkische Wirtschaft leidet stark unter der Abwertung der Lira. Die türkische Währung verlor seit Beginn des Jahres etwa ein Viertel ihres Wertes gegenüber dem US-Dollar. Bereits in den Jahren zuvor hatte die Lira erhebliche Kurseinbußen zu verzeichnen. Die Türkei ist auf den Import von Waren angewiesen, sowohl zum direkten Konsum als auch als Grundlage für die weiterverarbeitende Industrie. Daher hat das eine direkte Auswirkung auf die wirtschaftliche Stabilität. Zudem sind viele türkische Unternehmer in US-Dollar verschuldet. Für sie sind solche Kursverluste eine existenzielle Bedrohung. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sorgen dafür, dass Erdoğans Regierungspartei, die AKP, ihren Rückhalt in der Bevölkerung verliert. Laut dem Direktor des regierungsunabhängigen Meinungsforschungsinstituts Metropoll Özer Sencar rutschte die AKP unter die 30-Prozent-Marke.
Auch die Corona-Performance der AKP-Regierung ist vernichtend. Über Monate gab die Regierung nur einen Bruchteil der wirklichen Corona-Infizierten bekannt, wie sie später gestehen musste. Mittlerweile wurden mehr als 10.000 Tote registriert – Regierungskritiker gehen jedoch davon aus, dass die wirkliche Zahl weitaus höher ist, da viele Corona-Tote nicht als solche gemeldet werden. Insbesondere in der Metropole Istanbul ist die Zahl der Neuinfektionen dramatisch, wie der türkische Gesundheitsminister vor wenigen Tagen einräumen musste. Indem sich Erdoğan als Verteidiger der unterdrückten Muslime inszeniert, hofft er, von dem drohenden innenpolitischen Desaster abzulenken.
Frankreichs Präsident Macron hat ebenfalls genug Gründe, von seiner eher bescheidenen innenpolitischen Bilanz mit außenpolitischen Abenteuern ablenken zu wollen. Er hatte sich während seiner Wahlkampagne als fortschrittlichen Reformkandidaten präsentiert. Aber als es Zeit war, konkrete Schritte zu unternehmen, präsentierte er ein durch und durch neoliberales, antisoziales Programm, das die Gelbwestenbewegung auslöste. Hunderttausende demonstrierten monatelang gegen die Macron-Agenda. Seine Zustimmungsrate sank Ende November 2018 auf etwa 25 Prozent. Auch Frankreich leidet sehr unter der Corona-Pandemie.
Wenn sich also Macron und Erdoğan das nächste Mal gegenseitig mit Vorwürfen und sogar Beschimpfungen bewerfen, dann sollte im Hinterkopf behalten werden, dass hinter dieser Show auf beiden Seiten eine eiskalte Machtpolitik steckt.
RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.“

https://de.rt.com/international/108294-was-steckt-hinter-schlagabtausch-zwischen-erdogan-und-macron/

>>> Ohne einen Namen zu nennen ABER einer von den GRÜNEN, „Wir müssen die Datenschutz Bestimmungen bei der Corona App lockern“ irgend so etwas hat man von sich gegeben, ich habe den Eindruck, ich meine es zu hören <<<

Als ob irgendjemand mir zu rufen würde „was für scheinheilige scheiß Kerle“
Ich wusste schon warum diese APP nicht auf mein Telefon kommt und kommen wird!

*

Bana…
Bilişimi, bana siyasetçiyi…
Bana insanı, gücü ve hırsı, parayı…
“Hayatı” öğretmeye kalkanın alını karışlarım.

Uygur Türkleri, UNUTMA mutlaka izlemeye çalış. Mayınlar patladı, baraj ayakta. Sallanan benim, gerçekten öyle, alışmaya bakar ha bir can fazla ha eksik. Ne demişlerdi baştan, alıştıra alıştıra, nelere alışmadık ki?

*

Geleceğim Tayyip…
Merkata kalma senin gibi…
Bağıra bağıra…
Belki bir gece ansızın, belki…
GELIYORUM Ha!

Anstat dumm daher zu schwätzen würde ich mir die Frage stellen; warum vertrauen mir die Menschen nicht mehr. Der einzelne für den Staat, die Gemeinschaft für den einzelnen…
Wir sind Menschen…
Und…
Wir brauchen einander, diese Land hat nicht umsonst einen der „ausgeklügelsten und Tiefgängigen“ Datenschutz Bestimmungen der Welt. Komm junge geh nach Hause zu Mami, mach deine Hausaufgaben.

Vertrauen in den Staat, Wirksamkeit des staatlichen Handelns und die Governance-Agenda
Von der OECD:

https://www.oecd-ilibrary.org/docserver/9789264209541-6-de.pdf?expires=1607950987&id=id&accname=guest&checksum=858BAD17DEA99D4AC5125231808581FC

Vorreiter Dänemark So lebt es sich in einem Land, das vollständig digitalisiert ist

Die Dänen vertrauen dem der vertrauenswürdig ist.
PUNKT

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/vorreiter-daenemark-so-lebt-es-sich-in-einem-land-das-vollstaendig-digitalisiert-ist/24406554.html

Ayağıma basma, tepemi attırma…
Sonuçlarına katlanırsın sonra…
Bakma çeyrek halime duramaz ayakta…
Yedin mi Önder tokadını gelir aklın başına.
😊

İster Almanya ister Türkiye…
Yazık bu millete…
Bilseler, farkında olsalar…
Kimlerin elinde kaldıklarını Allah diye bağırırlardı avaz avaz, yetiş…
İtfaiye!

Almanya 14:35
7,8714
9,5745
1392

*

Iran Reframed: Anxieties of Power in the Islamic Republic

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>>> Tayyipistan elektrik idaresi – TARIFESI – YOLSUZLUGU, ulan AMCIK ağızlılar Resmî Gazetede yayınlanmış, BITTI, milleti iyice enayi yerine koymayın. Önder ve Önder gibiler daha ölmedi. YAYINLAYIN Resmî Gazetede bir tekzip metni inanalım söylediklerinize <<<

Temsil, ağırlama giderlerini kaldırıyorlarmış…
Korona yüzünden kesilen CEZALAR…
Saray giderlerine!

Emine…
Sonra NASIL ALIR…
50 bin…
100 bin Tayyip Lirasına çantalar…
İngiltere’de falan kapatabilir alışveriş merkezlerini?

😊 Sigara öldürücü! Filtresi!!!

Gerisi…
Çeyrekte ve bilende gizli!

Göz…
Üstümüzde, daha doğrusu üstümde…
Sabahtan iki yere telefon ettim…
Kadın ki üstü…
Konuşmadım telesekretere, diğerine…
Gitmem lazım alışverişe, mal malzeme Oma…
Aradan 10 dak. Geçmemiş dönmüş geriye, ben olmayınca söylemiş söyleyeceğini hanıma.

Aslında korkunç bir durum…
Korkutucu…
Anlatamam nedenini, düşün yeterli…
Herkese kontrol geldi, uyarmıştım bu konuda…
Bize gelmedi, nedeni…
Çeyreğin kendisi.

Almandan daha da mı bir Almanım bilmem…
Kuralcı…
Uyarım kanunlara, sağlarım…
Ne gerekiyorsa yaparım kanunlarıma uyula!

Hadi ben gitti…
Rabbim TÜM insanlığın yâr ve yoldaşı olması için dua…
İnan mesleğin bir getirisi…
Bir hata…
Ya insan “hayatına” VEYA milyonlara mâl ola.

>>> Bu OROSPUYU yaratan herif <<<

>>> MUTLAKA <<<

UNUTMA…
Tayyipistanın yumuşak karnı EKONOMI…
İstedikleri AN…
Ya bir kurşun veya ekonomik olarak çözerler meseleyi!

ARGE…
ÜNIVERSITELER ve sanayi işbirliği…
>>> BEYIN göçü <<<
Yurtdışında bulunan cevherler, o kadar çok söyledim ki bunu…
O KADAR OLUR…
Kazandır ülkeye, KAZANDIR orospunun doğurduğu.

Sen…
Türk ve Türkiyeli…
ÖNCE öğren bu pezevenklerin kimin götü ile osurduğunu…
Bu da son sözümdür sizlere.

Bak CAATSA falan…
Siiiktirin gidin başımdan!

IMKB 1386

Dolar 7,8663
Euro 9,5599

Öyle bir siksinler ki sizleri…
Bir daha…
ASLA…
Götünüzün üstüne OTURAMAYASINIZ!

Ne bok yerseniz yiyin…
Yetker ki bensiz yiyin!!!

Tercüme edilmesi gereken bir makale AMA çeyrekte hal yok. Olağanüstü ÖNEMLI

“Türkei: Das Enfant terrible der NATO auf dem Weg zur Autarkie?
14 Dez. 2020 06:40 Uhr

Seit etwa einem Jahrzehnt ist zu beobachten, dass sich die Türkei in der Außenpolitik von der westlichen Allianz unabhängig zu machen versucht. Sie stampft eine eigene Rüstungsproduktion aus dem Boden, und mit Produktion und Export von Rüstungsgütern scheint ihr Stern aufzugehen.
Quelle: www.globallookpress.com © Mustafa Kaya
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu auf einer Pressekonferenz. NATO-Generalsekretär Stoltenberg verkündete die Besorgnis der NATO über die Konsequenzen des Kaufs des russischen Raketenabwehrsystems S-400 durch die Türkei.

Nach der noch umstrittenen Wahl Joe Bidens zum künftigen US-Präsidenten setzt die NATO auf eine Neugestaltung ihrer Strukturen und arbeitet an einem Update ihres Feindbildes. Am 1./2. Dezember fand nun das Außenministertreffen der NATO-Mitgliedsstaaten statt, bei dem die Reformvorschläge von Experten besprochen wurden.
Nach dem eigenwilligen Vorgehen der Türkei gleich an mehreren Fronten – in Syrien, Libyen, am Kaukasus und am östlichen Mittelmeer –, wo sie auch mit anderen NATO-Mitgliedern wie Frankreich und Griechenland in Konflikt geriet, stellt sich im Hintergrund die Frage, ob die Türkei überhaupt noch im westlichen Bündnis bleiben kann. Und nicht nur das: Die Türkei hat trotz aller Proteste und Sanktionsdrohungen aus den USA das russische Raketenabwehrsystem S-400 gekauft und getestet, ist also sozusagen mit dem deklarierten Hauptfeind der Nordatlantik-Allianz „fremdgegangen“.

Der Paradigmenwechsel in der türkischen Außenpolitik
Verstärkt hat sich der Expansionsdrang der Türkei in der Zeit des sogenannten „Arabischen Frühlings“, als sich der Türkei eine wahre Schatztruhe an Möglichkeiten eröffnete: Die Welt südlich des eigenen Territoriums bis hin zum Jemen und in den afrikanischen Ländern am Mittelmeer geriet in Bewegung, Millionen von Menschen dort wollten endlich die verkrusteten politischen Strukturen aufbrechen und jahrzehntelang regierende Diktatoren stürzen. Teilweise ist ihnen das auch gelungen. Die Türkei aber sah ihre Zeit gekommen und unterstützte eine islamistische Gruppe, die in diesen Ländern lange unterdrückt wurde, mit der sie aber ideologisch nahe verbunden ist: die Muslimbrüder. Diese Gruppierung wollte und will sie nach wie vor an die Macht bringen und mit der Hilfe der Muslimbrüder den eigenen Einfluss in den Regionen etablieren und festigen. Die Sehnsucht nach der Größe des untergegangenen Osmanischen Reiches, welche die in der Türkei seit 2002 ohne Unterbrechung regierende AKP (Adalet ve Kalkınma Partisi – Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung) unter der Führung des heutigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan immer prägte, sollte endlich zum Erfolg führen – mit der Einkehr der türkischen Dominanz in den ehemals beherrschten Gebieten.
Die Türkei wurde unter diesem neoosmanischen Leitmotiv außenpolitisch aktiv und integrierte mit der rechtsextremen MHP (Milliyetçi Hareket Partisi – Partei der nationalistischen Aktion) auch dieses nationalistische Element in ihre Pläne und ihre Rhetorik. Das bedeutet erstens ein rigoroses Vorgehen nicht nur gegen die Kurden im eigenen Land (vor allem gegen die HDP, die Demokratische Partei der Völker, deren beide Ko-Vorsitzende im Gefängnis sind), sondern auch gegen die militanten Kurden im Irak (PKK) und in Syrien (YPG). Zweitens bildete die AKP eine „nationale Allianz“ mit der MHP als einer Partei, die von einer Vereinigung aller Turkstaaten träumt – also im Turan von Aserbaidschan bis Kirgisistan. Diese neoosmanisch-turanistische Allianz bestimmt zweifellos heute die außenpolitischen Prioritäten der Türkei und das wird so auch relativ erfolgreich gegenüber der türkischen Bevölkerung kommuniziert, die diese außenpolitische Vision der Regierung zu einem großen Teil enthusiastisch begrüßt – des ewigen Werbens um die Gunst der EU für eine EU-Mitgliedschaft überdrüssig.
Nun kämpft die Türkei aber an mehreren Fronten – in Syrien, Libyen, am östlichen Mittelmeer und mit ihrer offenen Unterstützung Aserbaidschans auch im Konflikt mit Armenien um die Region Bergkarabach – und gerät damit zunehmend in Konflikt unter anderem zu Griechenland und Frankreich, die wie sie selbst NATO-Staaten sind.

Ausbau der heimischen Rüstungsproduktion
Die türkische Rüstungsindustrie erlebt seit etwa zehn Jahren einen Boom. Derzeit befinden sich mehr Rüstungsfirmen in der Türkei als in Russland, Israel, Schweden und Japan zusammen. Die Importabhängigkeit der Türkei von Rüstungsgütern sei mittlerweile insgesamt von 70 Prozent auf 30 Prozent gesunken, so Präsident Erdoğan. Tatsächlich ist nach dem Machtantritt der Regierungspartei AKP im Jahr 2002 der Anteil der Eigenproduktion von 18 Prozent auf heute knapp 75 Prozent gestiegen. Allein zwischen 2015 und 2019 sank der Anteil an Rüstungsimporten um 48 Prozent verglichen mit der Fünfjahresperiode zuvor. Das heimische Produktionsvolumen seinerseits stieg von 1 Milliarde US-Dollar im Jahre 2002 auf etwa 11 Milliarden im Jahr 2020. 3 Milliarden davon betreffen die Exporte der Türkei. Auf der SIPRI-Liste der Rüstungsexporteure weltweit rangierte die Türkei 2019 auf Platz 14.
Welchen Platz die Rüstungsindustrie heute in der Prioritätenliste des Landes einnimmt, zeigt ein Präsidialdekret vom 10. Juli 2018, der das Staatssekretariat für die Rüstungsindustrie direkt der Kontrolle des Präsidenten unterstellt hat.
Das Ziel der Türkei, sich von Waffenembargos und Lieferketten zu befreien, ist bisher nur zum Teil erreicht. Denn noch immer ist die türkische Rüstungsindustrie von westlicher Technologie abhängig. Vor allem Antriebsmotoren, die Technologie für Kampfjets und Ähnliches muss die Türkei noch einkaufen, unter anderem aus Deutschland, Spanien, Belgien, Großbritannien oder Südkorea. Im Bereich Forschung, Entwicklung und Know-how fehlen der Türkei notwendige Kapazitäten, und das umso mehr, als hochgebildete Kräfte das Land heute scharenweise verlassen und die Türkei aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Situation einem permanenten Brain Drain ausgesetzt ist.

Türkische Rüstungsexporte
Anfang Dezember wurde Kasachstans Interesse am Kauf von Dutzenden Kampf- und Aufklärungsdrohnen vom Typ Bayraktar TB2 aus türkischer Produktion bekannt. Das Land war von der Leistung dieser UAVs (unmanned aerial vehicle) beim erfolgreichen Einsatz im Bergkarabach-Konflikt sehr beeindruckt. Bald darauf besuchte eine Delegation des kasachischen Verteidigungsministeriums auch den Drohnenstützpunkt in der Provinz Batman im Südosten der Türkei.
Im Oktober entschied sich auch die Ukraine für den Erwerb von fünf solcher UAVs im Jahr 2021. Die Türkei ist im Begriff, mit der Ukraine ein Joint Venture zur Produktion von vier Dutzend Bayraktar TB2 zu gründen.
Auch Serbien bekundete Interesse für diese Drohnen, die von Aserbaidschan und in Libyen eingesetzt wurden. Ebenso sind Katar, Bahrain, Oman, Tunesien und Turkmenistan Abnehmer türkischer Rüstungsexporte. Dabei knüpft die Türkei ihre Waffenverkäufe nicht an politische Konditionen und zeigt sich sogar offen für Technologietransfer. Bei alledem sollen die türkischen Rüstungsgüter auch den NATO-Standards genügen.
Im Oktober dieses Jahres öffnete die Online-Rüstungsmesse Defense Port Turkey – South Asia mit türkischen Rüstungsgütern, die von Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka und Afghanistan begutachtet wurden: Patrouillenboote, Radarsysteme, Panzerfahrzeuge, Kriegsschiffe, Satelliten, Hubschrauberträger und Kampfhubschrauber von Aselsan, dem größten Rüstungskonzern der Türkei, Havelsan und Roketsan, Turkish Aerospace Industries (TAI) und immer wieder auch die Bayraktar TB2-Drohnen.
Die rapide wachsende Rüstungsindustrie erfreut sich einer ebenso wachsenden Kundenzahl. NATO-Verbündete sind allerdings nicht unter den Käufern zu finden. Der Waffenexport blüht auf wie sonst kein anderer Wirtschaftszweig in diesem Land. Zwar schrumpfte der übrige Export um etwa ein Drittel. Doch die Gewinne des Aselsan-Konzerns, der den türkischen Streitkräften gehört, sind allein im ersten Halbjahr 2020 um 35 Prozent gewachsen. Nicht nur, dass es in den Kassen der Rüstungsunternehmen klingelt, eines dieser Unternehmen – die Firma Bayraktar, die TB2-Drohnen produziert – gehört dem Schwiegersohn des Präsidenten. Selçuk Bayraktar ist ein Absolvent der US-Eliteuniversität MIT (Massachusetts Institute of Technology).
In ihrem Expansionsbestreben kollidiert die Türkei auch mit russischen Interessen in allen oben bereits genannten Konfliktherden. So auch in Syrien, wo Russland den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt, während die Türkei die Freie Syrische Armee auf eigenem Territorium beherbergt, koordiniert, militärisch trainiert und auch mit Waffen unterstützte, darunter vor allem selbst islamistische Terroristen, die der Al-Qaida nahestehen oder zumindest nahestanden. In Libyen waren beide bis vor dem Waffenstillstand Widersacher – die Türkei für die von der UNO anerkannte Regierung, Russland für General Haftar, der die nach Tobruk geflohene gewählte Regierung unterstützte. Im Bergkarabach-Konflikt hat Russland zwar mit Armenien eine Sicherheitspartnerschaft, Bergkarabach ist jedoch völkerrechtlich Teil Aserbaidschans. So konnte der Konflikt im Bergkarabach-Konflikt zwar nach 44 Tagen mit einem Waffenstillstand beendet werden, aber mit einem klaren Sieg Aserbaidschans, das in dem Kurzkrieg erfolgreich auch die türkischen TB2-Drohnen eingesetzt hatte. Auch im östlichen Mittelmeer steht Russland auf der Seite der Gegner der Türkei, obwohl Russland dort kein direkter Akteur ist. Russland hält jedoch zu Ägypten und auch zur unabhängigen Republik Zypern.
Dies hindert jedoch beide Länder nicht, an sensiblen Punkten in den jeweiligen Konflikten zu kooperieren. So kam es auch, dass das NATO-Mitglied Türkei im Jahr 2017 das moderne Luftabwehrraketensystem S-400 für 2,5 Milliarden US-Dollar von Russland kaufte.
Die USA drängten die Türkei immer wieder, diesen Vertrag zu annullieren – ohne Erfolg. Die S-400 wurden schließlich im Juli 2019 gen Türkei verschifft. Sofort wurde die Türkei aus der Liste der Partner für den neuen US-Kampfjet F-35 gestrichen, auch aus dem Flugtrainingsprogramm.

Das S-400-Drama
Die Türkei wurde also aus der Endphase des Programms für den F-35 Joint Strike Fighter herausgenommen, und somit entgeht der Türkei zugleich für mindestens zehn Jahre die Möglichkeit, Kampfjets vom Typ F-35 zu besitzen. Erdoğan sprach dann zwar vom eigenen Kampfjet TAI TF-X, der gebaut werden solle. Aber hierfür fehlt der Türkei das notwendige Know-how sowohl für die Antriebstechnik als auch für das vollständige Design.
Der US-Kongress erteilte am 04. Dezember dem Präsidenten das Mandat, gegen die Türkei wegen des Erwerbs der S-400 unilaterale Sanktionen zu verhängen, und zwar gemäß dem im Jahre 2017 unter anderen gegen Iran gerichteten Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act (CAATSA). Darunter fallen beispielsweise der Verbot von Finanz- und Eigentumstransaktionen, Visasperren und die Verweigerung von Krediten an sanktionierte Unternehmen. Namhafte Senatoren drängen den US-Präsidenten jetzt bereits, dieses Mandat auch zu endlich anzuwenden.
Doch das ist noch nicht alles: Gleich einen Tag darauf stoppte der US-Kongress die Lieferung von US- Waffen und militärischer Ausrüstung an die Türkei für zwei Jahre.

Letztendlich hat der US-Kongress am 11. Dezember das Gesetz zum Verteidigungshaushalt verabschiedet – und damit auch die Sanktionen gegen die Türkei wegen des Kaufs der russischen S-400. US-Präsident Trump hatte sich zwar bis zuletzt dagegen gewehrt, die Türkei wegen der S-400 abzustrafen, und beabsichtigt, noch sein Veto gegen die Sanktionen einzulegen. Aber dennoch trüben nun – mit den jüngsten Beschlüssen aus dem Kapitol – dunkle Wolken die US-amerikanisch-türkischen Beziehungen ein.
Dabei hatte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar noch drei Wochen zuvor am 12. November erklärt, die Türkei sei bereit, mit den USA über ihre Bedenken hinsichtlich der Nutzung der russischen Raketenabwehrsysteme S-400 zu sprechen.
Das NATO-Mitglied Türkei werde die russischen S-400 genauso nutzen wie andere NATO-Mitglieder die S-300. Auch die S-300 seien schließlich russische Systeme, nur eine ältere Vorläuferversion der S-400, so Akar in der Haushaltskommission des türkischen Parlaments.
Russland hätte die S-300 immerhin bereits an 20 Staaten verkauft, unter anderem an die Staaten der westlichen Allianz, wie Bulgarien, Griechenland und die Slowakei. Akar fügte allerdings hinzu, dass die Türkei weiterhin „wie geplant“ an dem Vorhaben S-400 arbeiten werde.
Es gibt zwar inzwischen Vermutungen, die Türkei werde keine weiteren S-400 mehr kaufen, um die Beziehungen zu den USA nicht weiter zu strapazieren. Alexei Dawydow, ein Forscher am Center for Middle East Studies des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, sagte dazu auf Interfax:
„Es könnte eine Situation entstehen, dass die USA der Türkei Bedingungen auferlegen könnten, die sie nicht abwehren könnte. Und dann könnte sie möglicherweise profitablere Gelegenheiten sehen, um ihre Kooperation mit den USA zu vertiefen, einschließlich der Raketenabwehr.“
Präsident Erdoğan erklärte jedoch vor einem Monat noch immer, die Türkei werde die S-400 nicht aus Furcht vor Sanktionen aufgeben. Am 24. Oktober gab das Verteidigungsministerium bekannt, die S-400-Systeme würden in Einsatzbereitschaft versetzt werden, ungeachtet der Frage nach der Möglichkeit ihrer Integration in das NATO-Luftverteidigungssystem, was gleichzeitig offenbart, dass es sehr wohl Überlegungen in dieser Richtung gibt.
Die Türkei ist keine „Südflanke“ mehr
Blicken wir zurück in das Jahr 1952: Die Welt ist in zwei Lager geteilt, ein östliches und ein westliches. Die Türkei wird in das westliche Bündnissystem aufgenommen und galt seitdem als die „Südflanke der NATO“, denn sie lag an der südöstlichen Grenze der UdSSR, dem Primus im östlichen Lager. Das ist lange her – und vieles, was damals in Stein gemeißelt schien, hat sich aufgelöst oder wurde zertrümmert.
In der Türkei erstarkte eine Schicht, insbesondere auch durch die Möglichkeiten, die durch den Zerfall des Eisernen Vorhangs in ihrer eigenen Region sichtbar wurden, die sich viel öfter an der historischen Größe des einstigen Osmanischen Reiches erinnerte und diese Größe noch einmal beleben will – zumal die Mitgliedschaft in der Europäischen Union immer unerreichbarer scheint. Graham Fuller, ein Ex-CIA-Agent und Kenner der Region und Türkei-Experte,fasst das für die NATO in seinem Artikel „Is Turkey Out of Control?“ vom 4. Dezember 2020 folgendermaßen zusammen:
„Europa (Anm.: gemeint ist die EU) hat schon immer – auch aufgrund einer kulturellen Voreingenommenheit gegenüber Muslimen – gezögert, die Türkei in die EU aufzunehmen, trotz der rund sieben Millionen Türken, die heute in Deutschland leben (Anm.: etwa die Hälfte von 4,5 Millionen Muslimen in Deutschland haben türkischen Migrationshintergrund, etwa 1,5 Millionen sprechen innerfamiliär Türkisch). Der Kauf des russischen Flugabwehrsystems S-400 durch die Türkei hat die NATO zutiefst verärgert. Aber die NATO und die EU stecken fest. Die Türkei ist technisch gesehen ein Teil Europas; die NATO ist Ankaras Eintrittskarte zu einem Sitzplatz an einem wichtigen Tisch westlicher Strategie. Die Türkei wird diesen Sitz behalten wollen. Am Ende würde Europa lieber eine kratzbürstige und unabhängige Türkei im Europäischen Rat behalten, als sie hinauszuwerfen – wodurch noch mehr Einfluss verloren ginge.“
Die geopolitische Bedeutung der Türkei hat sich mit dem Zerfall des Ostblocks um ein Vielfaches maximiert. Und in Ankara ist man sich dessen bewusst und nimmt sich die Handlungsfreiheit, die man braucht. Es stellt sich nur die Frage, wofür sie verwendet wird und um welchen Preis.“

https://de.rt.com/international/110184-turkei-enfant-terrible-der-nato-sucht-autarkie/

Yorumlanacak o kadar çok konu var ki bu makalede…
Hem moral hem hal.