Of, off, offfffffffffffffff

Tallinn malin…
BOK püsür

Region
US Boydton
FR
US
US Monroe
CN
US Cheyenne
RU
DE
RU Moscow
US Des Moines
US
IE Mitchelstown
CN Beijing
GB
US Washington
US San Diego
SG
TR
US Boardman
NL
AU Perth
JP Kunisaki
AR Granadero Baigorria
US Ashburn
SG
SE
US Chicago
LT
CN Chanshan
AU
CA
CA
FR Paris
TR Istanbul
HK
US Maple Grove
DE Herscheid
IE Dublin
SG Singapore
DE Limburg an der Lahn
TR Selcuklu
BE
TR Ankara
LB
TR Bursa
RO
KZ Aqsū
DE Nuremberg
ES L’Hospitalet de Llobregat
AE Dubai
BG
AU Sydney
LT Kaunas
DE Regensburg
US Newark
RU Lipetsk
DE Frankfurt am Main
US North Bergen
NL Amsterdam
US
TR Antalya
US Piscataway
FR Saint-Cloud
TR Istanbul
TR Istanbul
TR Duzce
DE Berlin
US Austin
CA Beauharnois
CN Zhengzhou
TR Karaman
RU Moscow
AE Al Ain City
DK
PH
EU
CN Quanzhou
TR Antakya
PT Sao Teotonio
UA Kyiv
TR Konya
UA Berehove
IT
DE Munich
US Richardson
AT Linz
PT Oliveira de Azeméis
DE Nuremberg
BN
DE Idstein
IN New Delhi
US Clifton
CH Zurich
CA Toronto
BR São Paulo
UA
CN Wuxi
US Los Angeles
US Austin
US Miami
MY
CA Toronto
GB London
CN Taizhou
TR Mugla
FI Helsinki
DE Düsseldorf
PL
VN
US Phoenix
CA Montreal
US New York
US Columbus
BG Sofia
CN Shanghai
NL Amsterdam
CN Suzhou
IN Pune
KR Seongnam-si
TR Ankara
TM Gowurdak
RU Moscow
CN Wuhan
PR San Juan
IL
CA Toronto
RU Kazan’
JP Tokyo
QA Doha
RU Ufa
US Houston
JP
KR
CN Nanjing
CN
GB London
CN Qianyou
US Los Angeles
ID
UA Luhansk
TR Kirikkale
TR Istanbul
TR Bursa
CZ
TR Konak
DE Essen
HK Central
DE Nuremberg
RU Nizhniy Novgorod
TW Taipei
US New York
US Wampsville
CZ Prague
TH Si Racha
DE Bad Kreuznach
DE Biebertal
US Queens
CN Nanchang
US Newark
RU Stavropol
US Pensacola
CA Oakville
CN Xi’an
ID Bandung
TR Istanbul
TR Mersin
BE Mortsel
US Phoenix
US Sacramento
ZA Durban
CN Foshan
IN
BD Dhaka
PL Warsaw
AR Hurlingham
TR Trabzon
DE Bielefeld
DE Wiesbaden
DE Weil am Rhein
CN Shayang
DE Buchholz
DE Hamburg
DE Berlin
CN Hohhot
CA Kingston
VG
US Ashburn
CN Luoyang
CN Nantong
US Queens
CN Chongqing
US Reston
PT Viana do Castelo
RU Donetsk
CN Shangqiu
CN Handan
TR Istanbul
DE Leipzig
CH Lausanne
TR Magnesia ad Sipylum
TR Istanbul
TR Izmir
TR Afyonkarahisar
TR Istanbul
CN Changsha
US Los Angeles
TR Kosekoy
TR Ankara
TR Ordu
TR Ankara
TR Antalya
CZ Prague
US Brooklyn
AT
GE
RU Tyumen
ID Bandar Lampung
US Buffalo
AU Perth
US
BY Mogilev
RU St Petersburg
DK Copenhagen
UA Irpin
RU Saratov
RU Krasnoyarsk
MD Chisinau
KR Cheonan
BD Ghazipur
IT Grignasco
DE Mainz
US
GB Omagh
ZA
IN Bengaluru
CN Hangzhou
US Brooklyn
IR Tehran
CN Fuzhou
BR Aracoiaba da Serra
IR
US Buffalo
ES Valencia
ES
TR Gümüşhane
ZA Johannesburg
CN Tianfu
BR Belo Horizonte
TW Taipei
US San Jose
CN Ningbo
CN Maoming
CN Guangzhou
CN Xiamen
CN Shenzhen
RU Ekaterinburg
TR Ankara
TR Istanbul
SA Jeddah
TR Bilecik
TR Mardin
TR Ankara
TR Ankara
TR Ankara
TR Çanakkale
TR Konya
MM
AT Vienna
TR Izmir
TR Izmir
TR Ankara
TR Antalya
PR Guayama
TR Izmir
TR Trabzon
TR Istanbul
TR Mersin
TR Izmir
TR Gebze
TR Skutari
TR Izmir
TR Cankaya
TR Afyonkarahisar
TR Arhavi
TR Adana
TR Istanbul
TR Izmir
TR Istanbul
TR Istanbul
TR Elâzığ
PL Zduny
TR Istanbul
TR Istanbul
ZA Cape Town
TR Kayseri
TR Tekirdağ
TR Eskişehir
TR Eskişehir
TR Kayseri
TR Belencilbirt
TR OEdemis
TR Duezce
TR
LV
EE
US
NO Oslo
KH
LU
SK
US Las Vegas
TR Istanbul
TR Istanbul
CN Shaoxing
BY Minsk
RU Chelyabinsk
US Springfield
NL Amsterdam
RU Gatchina
US Mobile
TR Istanbul
SG Singapore
BD
CN Shenyang
IN Mumbai
IS
US Queens
US Miami
TR Adana
US San Jose
FR Viry-Châtillon
ID Jakarta
CN Jinan
RU Tver
GR Athens
ZA Johannesburg
LV Riga
US Cupertino
ES Madrid
US Norwalk
SE Stockholm
PL Tarnobrzeg
US Jamaica Plain
EE Tallinn
US Fort Mitchell
US New York
US Queens
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RU Kazan’
DE Hamburg
US Upper Darby
BR Caraguatatuba
VN Ho Chi Minh City
PL Warsaw
NL Nijmegen
FR Brest
US Glenolden
DE Aachen
CN Changzhi
US Windsor Locks
RU Kolomna
CN Huizhou
US Englishtown
DE Eltville
DE Wiesbaden
CL Santiago
US New York
IN Noida
MY Johor Bahru
UA Khmelnytskyy
SG Singapore
IN Ahmedabad
KZ
CH Dielsdorf
GB Manchester
US Santa Clara
ES Seville
DE Frankfurt am Main
VE
US Newburyport
SG Singapore
MX
RU Ekaterinburg
VN Hanoi
US Dallas
PT
US Houston
FR Missillac
KR Incheon
NG
MY Petaling Jaya
DE Frankfurt am Main
PE
RU Tambov
RU Ekaterinburg
CN Harbin
TH
SI Ljubljana
CN Baishacun
CN Yuncheng
CN Guanmiao
CN Zhuji
CN Chengdu
CN Kuiju
CN Hongtian
CN Chunshugang
CN Tiantai Chengguanzhen
CN Zhenjiang
CN Langfang
CN Yaocheng
CN Jiaxing
CN Fuyang
CN Putian
CN Luohe
CN Gaoyao
CN Shijiazhuang
CN Yantai
RU Ufa

“Sap gibi”

Orospu çocuğu,
Döviz falan, iki günden beri…
Jet, JET!

Kendisi bir orospu çocuğu,
Piyasası…
Orospudan BETER nasıl oynuyor…
Hiç dikkatinizi çekti mi?

BORSA

Oturturlar altına…
… gibi!

*

Heute wieder

„August Hanning ist ein parteiloser deutscher Beamter im Ruhestand und Geschäftsmann. Von 1998 bis 2005 war er Präsident des Bundesnachrichtendienstes.“

Wenn es NUR das wäre

Das eigene Wohlergehen

BITTE mich NICHT falsch zu verstehen,
HEUTE MORGEN in den Tayyip Nachrichten, später…
EIN BILD!

Weder AMerika, die Engländer schon gar nicht…
Auch keine Chinesen…
Oder Russen, Franzosen!

Gazi Mustafa Kemal Atatürk…
— Augenhöhe —
DIE Zeit IST reif dafür.

Es geht NUR gemeinsam

Undddddddddddddddddddddddddddddd…
Diese ZimmerFrau spricht wieder

JEDE Niederlage der AMerikaner der Engländer IST ein Gewinn für die Welt

Der „Bundeskanzler“
SEIN Eid(!)

Taurus Mittelstrecken-Luft-Boden-Marschflugkörper…
DER Herr Wanner heut Morgen!!!

Fiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii

Die Beton tripoden,
Das Vorherige?

Kommt die Zeit

*

### Politico – Cicero UND was alles noch ###

Ich SOLLTE nicht,
Mir IST schlecht, mein Magen…
Schmerzen…
Ich WILL NUR NOCH Sterben.

Eigentlich MÜSSTE ICH türkisch…
Unten…
Geht die Post ab ABERRR auch hier, DER…
„Bundeskanzler“
Schwarzmalerei WIE sein „Wirtschafts“minister.

Leuteeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee

Wäre ich der Alte…

Bin ich aber nicht mehr!

>>> !!! ??? !!! <<<

ZEIT ONLINE
Supraleiter: Wahrscheinlich nur ein Supra-Hype
Artikel von Elena Erdmann • 7 Std.“

https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/supraleiter-wahrscheinlich-nur-ein-supra-hype/ar-AA1f6Gwo?ocid=msedgntp&cvid=7c036ef74c064c3a810b4cd03e70ce53&ei=25

Öcü

Danke

# Sehen sie es IM ZUSAMMENHANG mit tsmc, ich SOLLTE nicht #

Reuters
Forscher – China will offenbar über die Hintertür Zugang zu deutscher Technologie
Artikel von Reuters • 1 Tag(e)“

https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/forscher-china-will-offenbar-%C3%BCber-die-hintert%C3%BCr-zugang-zu-deutscher-technologie/ar-AA1f00W7?ocid=msedgntp&cvid=6514f017eb074f8d96ba7a2675925671&ei=119

Wie gesagt die Welt IST klein

„Warum ist das für Deutsche wichtig?

Niger ist dreimal so groß wie Deutschland und gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Bis zum Putsch war es dennoch das letzte Land in der Sahelzone, das als Demokratie und politisch halbwegs stabil galt – und zudem als zuverlässiger Partner des Westens. Wichtig ist diese Kooperation nicht nur im Kampf der Bundeswehr gegen den Terror, der in der Region grausame Blüten treibt, sondern auch mit Blick auf die Migration – und im Kampf gegen Russlands Präsidenten Putin.“

AUCH SCHON zu Merkel Zeiten,
HAT MIR…
Die deutsche Außenpolitik NICHT gefallen

Ich denke da…
GANZ BESONDERS an…
Jugoslawien!

Heyyyyyyyyyyyyyyyy,
Wir ALLE SIND Menschen!

Es reicht!
Ich HATTE gewarnt…
DER…
„globale Süden“

Vor ca. 3 – 4 Tagen, ich weiß NICHT was ich davon halten soll

Gespannt habe ich abgewartet ABER
ÜBER 200.000 tote auf russischer Seite, ich hatte das Verhältnis veröffentlicht…
1:3
Bis 1:5…
Rechnen sie selbst die ukrainische Seite aus. Russland IST groß…
Die Ukraine auch?

Es GIBT genug „Menschenmaterial“ meine türkischen Leser WISSEN was ich meine.

Auch sagte ich er WIRD…
Springen

# UND was halten sie von dieser Meldung, erinnert es sie an etwas? #

„WELT
EU-Kommission gibt 2,75 Millionen Euro für Fotografen und Visagisten aus
11 Std.

Erst musste sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für hohe Fotokosten während seiner Amtszeit rechtfertigen, jetzt ist auch bei der EU-Kommission nachgefragt worden, wie viel Geld für Fotos und Videos ausgegeben wird. Brüssel betont, die fotografischen Dienstleistungen gewährleisteten Transparenz.“

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/eu-kommission-gibt-2-75-millionen-euro-f%C3%BCr-fotografen-und-visagisten-aus/ar-AA1f63PQ?ocid=msedgntp&cvid=eb46d4cf454444b286304750882e1ff7&ei=16

*

JA,
Ich denke WIR ALLE wissen wie ein Atompilz aussieht…
UM…
Die Bevölkerung, Entschuldigung DIE Rindviecher zu beruhigen hätten die staatlichen Nachrichtensender in Russland veröffentlicht das es sich um ein meteorologische…
Anomalie…
Handele. Wer es glaubt?

Es wäre eine „atomare Übung“
So die westliche Meldung!?

„Verrat – Das grosse Tabu
-Im Reich der räudigen Hunde
Von den Schrecken und der Faszination einer (a)sozialen Handlung

Tiere können nicht verraten. Diese Fähigkeit ist dem Menschen eigen, sie gehört wie das bewusste Täuschen, das Lügen und Hintergehen zu seiner psychosozialen Grundausstattung. Dabei mästet sich der Verräter an Wahrheit und Vertrauen, indem er als Parasit des Sozialen Nähe und Loyalität vortäuscht und missbraucht. Er gilt daher als Zerstörer jeden gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Für diese Ausbeutung des Vertrauens, des Grundstoffs aller Gemeinschaft, gibt es ein aktuelles Beispiel – jene Stasi-Agenten, die die Aufgabe hatten, alleinstehende Chefsekretärinnen aus Bonner Ministerbüros in ein Liebesverhältnis zu verstricken und schließlich zur Beschaffung geheimer Informationen zu bewegen. «Unternehmen Romeo» nannte das Ministerium für Staatssicherheit in geheimdienstlich-zynischer Manier dieses Vorgehen, das Elisabeth Pfister in ihrer gleichnamigen Dokumentation beschreibt.

Scham und Schuld bedrängen nicht nur jene, die zum Verrat gezwungen wurden. Das Bewusstsein, verraten worden zu sein, peinigt und traumatisiert auch die Opfer. Von solchen existenziellen Versehrungen zeugen viele Berichte von Opfern, die entdecken mussten, dass sie von Freunden, Verwandten, Ehepartnern bespitzelt worden waren.

Die Verstörungen wirken tief, wie etwa bei Uwe Johnson, dessen Frau offenbar jahrelang ein Verhältnis mit einem Angehörigen des tschechischen Geheimdienstes hatte, der ihn ausforschen sollte. Persönliche Treulosigkeit, Liebesverrat und politische Bespitzelung fielen hier zusammen und bewirkten beim Autor eine jahrelange Schreibblockade, aus der er sich erst mit der «Skizze eines Verunglückten», dem Bericht über die Ermordung der verräterischen Ehefrau eines Dr. J. Hinterhand, mühsam befreien konnte: «Er (Hinterhand) sei mit einer Art von Entsetzen gefragt worden, wie denn er sich habe einlassen können auf einen anderen Menschen so ganz und gar, ohne einen Teil der eigenen Person in einem Versteck zu halten!, worauf er schon aus Verständigkeit zugestanden habe, er sei in der Tat auf der Strecke geblieben mit seinem Entwurf von einer Liebe sonder Vorbehalt.» Die Verstörung des Verratenen ist groß, weil im Vertrauensbruch die Grundordnung jeglicher menschlichen Existenz zerstört wird.

Auf dem Verrat liegt ein schwerer Makel, zu ihm muss man in der Regel verführt, gekauft oder erpresst werden. Weder Gesellschaft noch Politik können ihn ignorieren. Entsprechend schwer wird er bestraft. Dem FBI-Beamten Robert Hanssen, der kürzlich in den USA wegen Spionage für Russland verhaftet wurde, droht die Hinrichtung – und das zehn Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, da doch die Hysterien des Kalten Krieges abgeflaut sind.

Hanssens mögliches Ende ist keine Ausnahme beim «zweit­ältesten Beruf der Welt», wie etwa Margret Boveris bis heute gül­tige Universalgeschichte des «Verrats im 20. Jahrhundert» beweist. Und wer nicht den leiblichen Tod erleidet oder im Kerker verkommt, der stirbt sozial. Wir kennen viele Berichte jener, die Gesinnungsgenossen denunzierten und als «Kronzeugen» auftraten, entweder durch Haft und Folter dahin getrieben oder infolge freiwilligen Sinneswandels. Alle drücken das Leid der Stigmatisierten nach
ihrer Konversion aus, mit denen der Rest der Gesellschaft nichts mehr zu tun haben will. Und diese Verachtung bestimmt auch das Selbstbild des Verräters aus niedrigen Beweggründen wie Geld oder Furcht, hält er doch seine eigene Isolation für gerecht.

Sehr viel besser kommt mit seinem Seitenwechsel derjenige zurecht, der glaubt, im Verrat wenigstens sich selbst treu geblieben zu sein. Dafür steht die Lebensgeschichte des Klaus Fuchs, über den es leider immer noch keine deutschsprachige Biografie gibt. Fuchs, 1911 geboren, schloss sich als Student der Mathematik und Physik der KPD an und machte nach seiner Emigration nach England und dem Erwerb der britischen Staatsbürgerschaft schnell akademische Karriere. Sie trug ihn bis in die Forschungslabors von Los Alamos, wo in geheimer englisch-amerikanischer Kooperation die Atombombe entwickelt wurde. Von dort informierte er die Sowjetunion über alle Entwicklungsfortschritte. 1950 wurde Fuchs enttarnt und in England zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt; aber er selbst sah sich nie als Verräter. Er betonte im Gegenteil die Kontinuität seiner politischen Überzeugungen. Nach Verbüßung seiner Haft ließ er sich folgerichtig in der DDR nieder, wo er in der Nuklearforschung arbeitete und 1988 starb.

Wer nicht das Glück hatte, im unübersichtlichen Gelände von Staatsbürgerschaften und politischen Bindungen Loyalität unabhängig von Pass und Wohnort beanspruchen zu können, dem blieb nur ein Weiterleben in Selbsthass und Bußritualen oder der Selbstmord. Dafür, dass Verrat nicht gelebt werden kann, steht die Figur des biblischen Judas Ischariot, zur Metapher geworden für die verachtenswerte Käuflichkeit des Untreuen und seine existenzielle Ausweglosigkeit. An ihn und seine «30 Silberlinge» erinnert Karol Sauerland in seiner neuen vergleichenden Studie über die Denunziation. Zum Verrat gehört, dass auch dessen Auftraggeber den Verräter gering schätzen. So teilt er das Schicksal der Prostituierten, die benutzt und verachtet werden.

Die Faszination des Seitenwechsels
Doch der Verräter ist nicht nur ein Gezeichneter, er ist auch ausgezeichnet, weil er in seinem Treubruch über ein zweites Geheimnis verfügt. Als Schmarotzer von Loyalitätserwartungen hat er Teil am Geheimnis der von ihm Verratenen, und gleichzeitig besitzt er weitgehend allein das Wissen von seinem Doppelspiel. Vor allem vom ideologisch legitimierten und bewusst begangenen politischen Verrat geht eine doppelte Faszination aus. Da ist zuerst die Anziehungskraft auf den Verräter selbst. Im verborgenen Engagement gegen die eigene Seite erfährt er nicht nur den Reiz des riskanten Spiels mit Identitäten und Tarnungen, sondern auch die Macht der Besonderheit. Im Geheimnisbruch als spezifischer Form des Verrats steigt er auf zum Herrscher zweier arkaner Räume und verfügt über zwei Orte des Geheimnisses: Zum einen bewegt er sich als loyaler Gefolgsmann seiner Seite, und zum anderen lebt er in der Welt seines Vertrauensbruchs.

Hinzu tritt das Pathos der Konversion. Der Verräter wird ja nicht als solcher geboren. Er entscheidet sich in einer bestimmten sozialen, politischen, historischen Situation gegen gesellschaftlich und staatlich definierte Loyalitätsbindungen. Diese Entscheidung symbolisiert auch im Selbstbild des Seitenwechslers Kraft und Größe. Im Verrat wird der Einzelne scheinbar zum Herrn über Geschichte und Politik.

Die Vorstellung, im Verrat Führungstugenden, Mut, Entscheidungskraft, Nervenstärke für die richtige politische Sache einsetzen zu können, hat in den vierziger und fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts die britischen Dandy-Spione Donald Maclean, Guy Burgess oder Kim Philby angetrieben, zu den Sowjets überzulaufen und sich in den Dienst Stalins zu stellen. Sie alle waren Oberschicht-Verräter – an den Eliteschulen von Eton und «Oxbridge» erzogene Diplomaten wie Burgess und Maclean, hochrangige Geheimdienst-Beamte wie Philby oder gar, wie Anthony Blunt, Verwalter der königlichen Gemälde­galerien und dadurch Mitglied des königlichen Haushalts. Jahrelang hatten sie ihren sowjetischen Auftraggebern geheime Informationen zugetragen, ehe sie ihrer drohenden Enttarnung zuvorkamen und sich nach Moskau absetzten, wo sie mit hohen militärischen Orden als «Kundschafter des Friedens» ausgezeichnet wurden.

Das Schicksal der britischen «Maulwürfe» ist beispielhaft für die Verbindung von Schrecken und Faszination des Verrats. Sie konvertierten zum sowjetischen Sozialismus, weil sie an der Schwäche der britischen Innen- und Außenpolitik verzweifelten. Erzogen als Gentlemen, also bestimmt zur sozial-patriarchalen Führung von Gesellschaft und Staat, sahen sie sich in ihrem Land mit Chaos, Machtverfall und Führungsschwäche konfrontiert. Die bürgerliche Gesell­schaft schien ihnen wegen ihrer schreienden sozialen Ungleichheit und ihrer ökonomischen Krisen zum Untergang verurteilt, die Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre bestätigte ihnen den Zusam­men­bruch der alten Welt. Diesen innenpolitischen Konflikten entsprach das feige Appeasement nach außen – die englische Beschwichtigungspolitik gegenüber den faschistischen Mächten Deutschland, Italien und Japan.

Verglichen damit bot sich die Sowjetunion als eine Ordnungs­macht an, die nach innen den menschlichen Fortschritt in allen Bereichen vorantrieb und in der Außenpolitik einen klaren antifaschistischen Kurs steuerte. Selbst den Hitler-Stalin-Pakt deuteten die britischen Nobelspione noch als geschicktes Manöver, um Zeit zu gewinnen für die Entscheidungsschlacht mit dem Faschismus.

Burgess und Blunt bereisten in den dreißiger Jahren die UdSSR und wurden sogar, wie Burgess immer behauptete, von Stalin persönlich empfangen. In Russland gab es weder Arbeitslosigkeit noch Alkoholismus und Homosexualität – das freute Blunt und Burgess weniger; Vergewaltigung und Kindesmissbrauch waren unbekannt, angeblich wegen der fortschrittlichen Sexualerziehung. Kurz: Die Sowjetunion versprach die Rettung aller Mühseligen und Beladenen. Nur in der fröhlichen Naivität einiger Aufklärer des 18. Jahrhunderts finden sich ähnliche Hoffnungen auf ein Ende allen menschlichen Unglücks.

Der Magnetismus der Glücksversprechungen
Die Rede vom «Jahrhundert des Verrats» wird jetzt deutlicher. Denn eine solche Konstellation von Loyalitätsbindungen angesichts antagonistischer Gesellschaftssysteme und ihrer jeweiligen Glücksversprechungen hat es vorher nicht gegeben. Das Bündnis gegen Hitler verstärkte diesen Magnetismus noch. Der gemeinsame Antifaschismus erleichterte den Übertritt aus der verfallenden bürgerlichen Gesellschaft in die sowjetische Zukunft. Im politischen Seitenwechsel findet der Einzelne neuen Sinn und neue Stärke.

An dieser Stelle wird auch verständlich, warum im britischen Laboratorium des Verrats kaum jemand mit einem Seitenwechsel zu den Faschisten experimentierte, wenn man von den spätpubertierenden Mitford-Schwestern Unity Valkyrie und Diana absieht, die als Oberschicht-Girls germanophil erzogen worden waren, von Wagner träumten und kurzzeitig mit Hitler flirteten. Politisch konnte der Faschismus keine globalen Glücksversprechen machen, sondern allen anderen nur Unterdrückung und Auslöschung prophezeien. Ins Lager der Deutschen liefen nur die wenigen über, die England hassten. Wie etwa jener William Joyce, der aus den USA nach Großbritannien einwanderte, sich dort nicht zurechtfand, sich als «Lord Haw-Haw» während des Weltkriegs mit anti-britischen Propaganda-Sendungen aus Berlin einen fatalen Namen machte und dafür 1946 in England hingerichtet wurde. Aber Joyce war eine mittelmäßige Figur, voller Ressentiments, mit der «falschen» Schulausbildung und dem «falschen» Akzent – «very un-British».

Dass die pro-sowjetischen Verräter der Oberschicht entstammten, hat die britische Öffentlichkeit hart getroffen. Zwar hingen Burgess, Maclean und Philby nach ihrer Flucht in die Sowjet­union immer noch nostalgisch an England und ließen sich sogar ihre ehemaligen Schulschlipse nachschicken, gleichwohl hielt die englische Öffentlichkeit ein Scherbengericht über sie, als ihr das ganze Ausmaß des Verrats bewusst wurde. Die Verfemung traf diejenigen, die nicht geflohen waren. «Der Unberührbare», John Ban­villes Schlüsselroman zur Blunt-Affäre, dekodiert die Angstlust des Verrats in ihrer Mischung aus Überlegenheitsgefühl und Angst vor Entlarvung: «So am Pranger zu stehen, in aller Öffentlichkeit, das ist schon seltsam. Ein Flattern in der Zwerchfellgegend und ein Gefühl, als ob man am ganzen Leibe zittert, als ob sich das Blut schwer wie Quecksilber direkt unter der Haut entlangwälzt. Eine Mischung aus Aufregung und Entsetzen, starker Tobak. Anfangs bin ich nicht darauf gekommen, woran mich dieser Zustand erinnert, dann fiel es mir ein: an meine ersten nächtlichen Streifzüge, nachdem ich mir endlich den Hang zum eigenen Geschlecht eingestanden hatte. Derselbe heiße Schauer von Vorahnung und Angst, dasselbe verzweifelte Grinsen, das sich nicht heraustraut.»

Ein Wechsel des Fußballklubs kann tödlich sein
Die widerwillig zugegebene Attraktion des Verrats prägt auch die Gesellschaft, die von ihm versehrt wird, schockiert und fasziniert sie. Die Verratsliteratur füllt ganze Bibliotheken. Ihre Anziehungskraft rührt auch daher, dass der Verrat vermeintlich gesicherte Loyalitäten in Frage stellt. Der Verratsdiskurs dreht sich immer um gesellschaftliche und politische Selbstvergewisserung, er will erklären, warum diese Erwartung enttäuscht wird. Die faszinierende Angstlust am Loyalitätswechsel hat also zwei Seiten: eine individuelle, die den Verräter betrifft, und eine öffentliche, die den Staat und die Gesellschaft berührt. Erst die Untersuchung dieses Doppel-Aspekts ermöglicht es, die Frage nach der Bedeutung des Verrats zu beantworten.

Was als Verrat wahrgenommen wird, ist von der Mechanik der eigentlichen Verratshandlung relativ unabhängig. Der gesellschaftliche Diskurs greift nicht nur reale Verratsfälle auf, sondern produziert auch selbst ihre «Schwere» und «Bedrohlichkeit». Der Verrat als soziale Konstruktion erscheint losgelöst von den Handlungen des Einzelnen. Politische Herrschaft brandmarkt den Abweichler als Verräter und macht sich dann sein Stigma der Asozialität zunutze, um Gefolgschaft herzustellen. Der staatlich erhobene Vorwurf des Verrats wird zur Instanz gesellschaftlicher Uniformierung.

Diese Loyalitätsmaschine zieht auch solche in ihr Mahlwerk, die sich in den Augen der Disziplinarmacht nur «falsch» verhalten haben. Wer einfach nur das Pech hatte, zur falschen Zeit am falschen Ort zu
sein, kann dem Verratsvorwurf verfallen und schwebt in Lebensgefahr. So beging der Fußballer Lutz Eigendorf keine andere Sünde wider die Gefolgschaftserwartungen seiner Oberen als diese: Er verließ 1979 den Lieblingsklub Erich Mielkes, den BFC Dynamo Berlin, und floh in die Bundesrepublik, um hinfort für Kaiserslautern und Braunschweig zu spielen. Heribert Schwan kann jetzt nach Auswertung der Gauck-Akten zeigen, dass Eigendorfs Unfalltod im Jahr 1983 offenbar eine Mord-Aktion der Stasi war. Der Verrat führt also ein Eigenleben als politische Phantasie.

Phantasien vom Reich des Bösen
Für das 20. Jahrhundert bilden die Großideologien von Nationalismus, Faschis­mus und Kommunismus den Rahmen für solche politischen Imaginationen. Ein Hauptmotiv ist die verweltlichte Heilsgewissheit der sozialistischen Utopie und ihr Anspruch, Gegenentwurf zur belasteten bürgerlichen Gesellschaft zu sein. Dieses Wahrnehmungs­muster liegt auch dem Ost-West-Konflikt in seiner Bipolarität zugrunde und spitzte sich im Kalten Krieg so zu, dass man sich wechselseitig jede gesellschaftliche und politische Legitimation absprach. Beide Systeme pflegten «ihre» Überläufer zu präsentieren, um damit auch den sozialen und politischen Verfall des Gegners bloßzustellen.

So war der Systemkonflikt mehr als ein Machtkampf von Großmächten und Staatenbündnissen. Solche Machtkämpfe hatte es vorher auch gegeben, und immer wurden darin auch Verräter instrumentalisiert. Man denke an die Dreyfus-Affäre vor dem Hintergrund des deutsch-französischen Gegensatzes und des französischen Antisemitismus. Man denke auch an den Skandal um den österreichischen Oberst Redl, der kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs für Russland spionierte. Im Ost-West-Konflikt wurden solche Machtkämpfe zwischen Staaten totalisiert: Sie wurden zu einer Existenzfrage, die die gesamte Bevölkerung und jedes Individuum betraf. «Kapitalismus» und «Kommunismus» wurden die modernen mani­chäischen Prinzipien: Das Reich des Bösen wurde jeweils in der Zita­delle des Feindes vermutet.

In dieser Bilderwelt erfüllt der Verräter zwei Funktionen. Zum einen überwindet er die antagonistische Trennung: Er erprobt den Übertritt, die Konversion. Als Grenzgänger beweist er die gefährliche Anziehungskraft des jeweils anderen Gesellschaftssystems. Andererseits symbolisiert der Verräter die untergründige Bedrohung durch den Systemgegner. Durch ihn hat dieser mitten im eigenen Lager Fuß gefasst.

In den Großideologien des 20. Jahrhunderts wird das Politische theologisiert: Es bietet umfassenden Sinn an und mobilisiert die Unmittelbarkeit des Glaubens gegen den nagenden Zweifel der prüfenden Vernunft. Deshalb ist der Verratsdiskurs erfüllt von den Geständnissen der Konvertiten, die abschworen und zu fanatischen Gegnern ihrer ehemaligen Kirchen wurden. Die Ex-Kommunisten treibt eine aggres­sive Enttäuschung angesichts des «Gottes, der keiner war» (Arthur Koestler), dem sie zu lange gedient hatten. Die Zurückgekehrten wie Ignazio Silone, Manès Sperber, Jorge Semprún oder eben Arthur Koestler geißeln nach ihrer Re-Konversion nicht nur den sowjetischen Staatssozialismus, sondern vor allem jene, die sich erst nach ihnen von ihm abwendeten. Vielleicht lassen sich die zahllosen Streitereien im Lager der enttäuschten Ehemaligen als Schuldprojektionen deuten: Ihren eigenen Verrat an der Utopie lasten sie den anderen an. Dass gerade die ominöse Klasse der Intellektuellen für solche Konversionserlebnisse empfänglich war, überrascht nicht. «Denken im Zwiespalt» haben allerdings nur die kühlen Vivisektoren der gesellschaftlichen Verhältnisse gelernt; wer vom Glauben an die Heilsbotschaft beseelt war, der kam oft unter die Räder.

Folgerichtig nimmt es mit ihm meist ein schlimmes Ende in den Spionageromanen, den Fiktionen des sozial-imaginären Verrats. Wenn er nicht ohnehin stirbt, so bezahlt er seinen Übertritt in das «Schwarze Schloss» (John le Carré) des Systemgegners mit Isolation und Vereinsamung. Bei den nach Moskau geflohenen «Oxbridge»-Agenten ist immer wieder nach Anzeichen physischer, psychischer und sozialer Verelendung gesucht worden, meist ohne Erfolg.

Spionageromane ersetzen die Kriegsberichterstattung
Der Verräter verkörpert die unsichtbare Gefahr: Er ist das «Andere», das sich als das «Selbe» tarnt. In ihm spiegelt sich die Eigentüm­lichkeit des Ost-West-Konflikts, in dem die klare Trennung und das deutliche Feindbild nicht zum offenen militärischen Konflikt trieben. Mit ihren Geschichten von Gewalt und Tod verdeutlichen die Verratsromane diesen unscheinbaren Frontverlauf im Konflikt der Gesellschaftssysteme. Sie ersetzen die Kriegsberichterstattung. In der Grauzone des gebremsten Antagonismus, der nicht kriegerisch ausbricht, behalten nur die Verräter und ihre jeweiligen system­konformen Gegenspieler, die Spy Catcher, die Übersicht.

Beim Verratsdiskurs geht es im Kern um das Ausmessen und Normieren von Treue und Untreue. Schrecken und Bedrohung werden mythisiert, aber die Bekämpfung des Verrats ist rational. Schon die Verschwörungsobsessionen rund um den Verrat zeigen, dass von einer «Opposition von Mythos und Realität» keine Rede sein kann. In der Vermessungsarbeit der Spy Catcher wird zwar Aufklärung manifest, aber die Arbeit der Agentenjäger kann auch hysterische Formen annehmen, wie der McCarthyismus in den USA und die Verschwörungsobsessionen des Stalinismus belegen.

So forderte der Ankläger der Moskauer Schauprozesse, Andrej Wyschinski, die Verräter «müssen wie räudige Hunde erschossen werden! Unser Volk fordert das eine: Zertretet das verfluchte Otterngezücht!». Dabei hatte das einzige Verbrechen der unschuldig gebrandmarkten treuen Bolschewiken darin bestanden, von Stalin für Machtrivalen gehalten zu werden. Wyschinski klang nicht weniger geifernd und menschenverachtend als der NS-Richter Roland Freisler gegenüber den Attentätern des 20. Juli 1944.

Wo ist der Verrat geblieben?
Solcher Furor kennzeichnet nicht nur totalitäre Systeme. Der Prozess gegen Ethel und Julius Rosenberg setzte 1951 in den USA ähnliche Aggressionen frei, wenngleich – und dies ist der Unterschied zwischen Totalitarismus und demokratischem Rechtsstaat – die Angeklagten nicht gefoltert und ihre Familien nicht verfolgt wurden und der Prozess rechtsstaatlichen Regeln folgte. Die Rosenbergs hatten einen Verwandten, der in Los Alamos arbeitete, zur Spionage angeworben und diese Atomgeheimnisse an die Sowjets weitergegeben. Obwohl die Rosenbergs nicht viel mehr waren als Boten im Kampf der Geheimdienste, galt ihr Vergehen dem US-Richter Irving Kaufman «schlimmer als Mord». Sie wurden hingerichtet. Präsident Eisenhower hatte ein Gnadengesuch abgelehnt.

Und heute? Ist mit dem Ende des ideologischen Zeitalters auch der Verrat zu Ende? Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts gibt es keine großen Konversions-Erlebnisse mehr, aber die Mechanik des Verrats, seine gesellschaftliche Konstruktion als Mittel zur Disziplinierung funktioniert ungebrochen. In allen Konfliktzonen, von Nordirland über das Baskenland bis zum Balkan, werden Verräter produziert und verfolgt. Selbst in der befriedeten Bundesrepublik tauchen immer wieder Verratsvorwürfe auf, wie die Parteitage der Grünen zur Kosovo- oder Atompolitik gezeigt haben. Gut erinnerlich ist auch noch, dass einige Sozialdemokraten nach dem Koalitionswechsel der FDP von Schmidt zu Kohl von einem «Verrat in Bonn» sprachen, ohne dass dies für die zukünftigen Bündnis-Überlegungen beider Parteien heute noch eine Rolle spielte.

Der Verrat erscheint heute domestiziert. Er hat seine existenz­bedrohende Kraft verloren, er ist banal geworden. Dennoch ist mit seinem Verschwinden aus dem Repertoire der Konstruktionen sozialen Handelns nicht zu rechnen. Der Zusammenhang von Vertrauen und Verrat lädt immer zu politischen Aufladungen ein. Die anthro­pologische Konstante, vertrauen zu müssen und verraten zu können, kann nicht zerbrochen werden, solange es Menschen gibt, die auf Gesellschaft angewiesen sind, und solange die Welt nicht aus Klonen besteht, denen man die jeweilige Loyalität in die Gene pflanzt.

Thomas Noetzel ist Hochschuldozent für Politikwissenschaft an der Universität Marburg. Zuletzt veröffentlichte er die Studie «Authentizität als politisches Problem».

Zitierte Literatur
John Banville
Der Unberührbare. Roman
Aus dem Englischen von Christa Schuencke.
Kiepenheuer & Witsch, Köln 1987. 544 S., 49,80 DM

Werner von Bergen / Walter H. Pehle (Hg.)
Denken im Zwiespalt. Über den Verrat von Intellektuellen im 20. Jahrhundert
Fischer TB, Frankfurt a. M. 1996. 143 S., 18,90 DM

Margret Boveri
Der Verrat im 20. Jahrhundert
Rowohlt, Reinbek 1976 (vergriffen)

Uwe Johnson
Skizze eines Verunglückten
Bibliothek Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1981. 74 S., 18,80 DM

Norman Moss
Klaus Fuchs. The Man who Stole the Atom Bomb
Grafton Books, London 1987. 216 S., 12,95 £

Elisabeth Pfister
Unternehmen Romeo. Die Liebeskommandos der Stasi
Aufbau TB, Berlin 2000. 207 S., 16,90 DM

Karol Sauerland
30 Silberlinge. Denunziation – Gegenwart und Geschichte
Volk & Welt, Berlin 2000. 381 S., 44 DM

Heribert Schwan
Tod dem Verräter. Der lange Arm der Stasi und der Fall Lutz Eigendorf
Droemer Knaur, München 2000. 333 S., 16,90 DM“

https://www.cicero.de/kultur/im-reich-der-raeudigen-hunde/45589