{"id":99480,"date":"2022-06-24T10:05:24","date_gmt":"2022-06-24T10:05:24","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=99480"},"modified":"2022-06-25T04:14:31","modified_gmt":"2022-06-25T04:14:31","slug":"2031-oder-das-gold-fickt-sie-die-rindviecher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=99480","title":{"rendered":"KOMMT gerade in den Nachrichten:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Cogito, ergo sum<\/strong><br \/>\n<img src=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/images\/tagesspiegel\/25483266\/2-format6001.jpg?inIsFirst=true\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>KOMMT gerade in den Nachrichten:<\/p>\n<p>&#8222;Fakten \u2014 24. Jun. 2022<br \/>\nifo Gesch\u00e4ftsklimaindex gesunken (Juni 2022)<br \/>\nDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich eingetr\u00fcbt. Der ifo Gesch\u00e4ftsklimaindex ist im Juni auf 92,3 Punkte gefallen, nach 93,0 Punkten im Mai. Die Unternehmen waren etwas weniger zufrieden mit der aktuellen Gesch\u00e4ftslage. Die Erwartungen fielen deutlich pessimistischer aus. <strong>Die drohende Gasknappheit bereiten der deutschen Wirtschaft <ins datetime=\"2022-06-24T10:48:08+00:00\">gro\u00dfe<\/ins> Sorgen<\/strong>.&#8220;<\/p>\n<p>https:\/\/www.ifo.de\/umfrage\/ifo-geschaeftsklimaindex<\/p>\n<p>*<br \/>\n<strong>Blinken die Au\u00dfen DingsBumms&#8230;<br \/>\n<ins datetime=\"2022-06-24T11:05:26+00:00\">Die K\u00f6rpersprache<\/ins>&#8230;<br \/>\nHeyyy du DingsBumms DU vertrittst Deutschland&#8230;<br \/>\nHast du es n\u00f6tig dir jedes mal eine Best\u00e4tigung des gesagten einzuholen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann diesen GANZEN Schei\u00df nicht mehr ertragen<\/p>\n<p>Zwei Mal hat er sie angesehen, NUR 2x<br \/>\nDanach IST ER vorangegangen\u2026<br \/>\nJa so IST DAS in der Internationalen Politik (Eigentlich kommt es auf den Menschen an, seine Erziehung. Damen HABEN Vorrang) WER tanzt nach wessen Pfeife?!<\/p>\n<p>Und sowas vertritt Deutschland&#8230;<br \/>\nDeutschlands Interessen(!)<\/p>\n<p><strong>Wie gesagt es kommt IMMER auf den Menschen an. Blinken IST KEIN Mann von Welt!<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;\u201eDas Geschlecht der Diplomatie\u201c \u2013 Geschlechterrollen in den Au\u00dfenbeziehungen vom Sp\u00e4tmittelalter bis zur Gegenwart<\/p>\n<p>Von<br \/>\nDaniel Sidler\/Philipp Zwyssig, Historisches Institut, Universit\u00e4t Bern<br \/>\n\u201eHat Diplomatie Geschlecht?\u201c Mit dieser Frage besch\u00e4ftigte sich eine vom 01. bis 03. Dezember 2011 in Bern stattfindende Tagung. Organisiert wurde sie von den Leitern und Mitarbeiterinnen des an der Universit\u00e4t Bern angesiedelten und von 2007 bis 2010 durch den Schweizerischen Nationalfonds gef\u00f6rderten Forschungsprojekts \u201eWeibliche Diplomatie? Frauen als au\u00dfenpolitische Akteurinnen (18. Jahrhundert)\u201c. Der Abschluss dieses Projekts sollte als Ausgangspunkt f\u00fcr eine vertiefte, epochen\u00fcbergreifende Diskussion der Frage nach der Bedeutung der Kategorie Geschlecht in Au\u00dfenbeziehungen genutzt werden. Ziel der Tagung war folglich nicht eine Aufz\u00e4hlung von Beispielen in der Diplomatie t\u00e4tiger Frauen, sondern die Er\u00f6rterung geschlechtergeschichtlicher Zug\u00e4nge zur Diplomatiegeschichte.<\/p>\n<p>In ihrem einleitenden Referat wies CORINA BASTIAN (Bern) auf die fehlende konzeptuelle Fundierung des Untersuchungsgegenstandes hin. Trotz einiger Fallstudien \u00fcber die Rolle von Frauen als Akteurinnen in den Au\u00dfenbeziehungen sei noch kaum nach Wandel und Kontinuit\u00e4ten geschlechtsspezifischer Handlungsspielr\u00e4ume gefragt worden. Zur Einl\u00f6sung dieses Forschungsdesiderats skizzierte Bastian drei m\u00f6gliche Blickwinkel, die im Rahmen der Tagung eingenommen werden sollten: Erstens sollte \u00fcber die Untersuchung unterschiedlicher Verhandlungspraktiken nach geschlechtsspezifischen Handlungsfeldern gefragt werden; zweitens zielte die Frage nach der Selbstdarstellung der AkteurInnen in den Verhandlungen auf den Inszenierungsaspekt diplomatischer Praxis; und drittens sollte der Vergleich mit anderen Kategorien zu einer Beurteilung der Relevanz von Geschlecht in den Au\u00dfenbeziehungen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Grundlagen zur Beantwortung dieser Fragen wurden mit den ersten beiden Referaten gelegt. JOAN B. LANDES (Pennsylvania) nahm die diplomatische Zeremonie der \u201e\u00dcbergabe\u201c (remise) Marie-Antoinettes an Frankreich auf einer Rheininsel als Ausgangspunkt, um nach der Rolle von Frauen in der Diplomatie des sp\u00e4ten 18. Jahrhunderts zu fragen. Sie betonte dabei die Bedeutung der dynastischen Heiratspolitik f\u00fcr die Festigung neuer und somit noch fragiler politischer Allianzen und wies auf die Funktion der Frauen als Verhandlungsobjekte hin.<\/p>\n<p>Die Rollen weiblicher Akteurinnen in den Au\u00dfenbeziehungen h\u00f6fischer Gesellschaften des 18. Jahrhunderts diskutierten auch CORINA BASTIAN (Bern), EVA DADE (Paris) und EVA OTT (Bern) in ihrer Pr\u00e4sentation der Ergebnisse des Berner Forschungsprojekts \u201eWeibliche Diplomatie\u201c. Sie zeigten, dass sowohl eine F\u00fcrstin wie Elisabetta Farnese, K\u00f6nigin von Spanien (1714-1746), als auch Hofdamen, Ehegattinnen von Botschaftern oder M\u00e4tressen, die \u00fcber exklusiven Zugang zum Herrscher und Beziehungen zu ausl\u00e4ndischen Gesandten verf\u00fcgten, aktive Rollen in den Au\u00dfenbeziehungen der Krone spielen konnten. Sie waren aufgrund ihres Geschlechts zwar formal von der Amtsinhabe in den Au\u00dfenbeziehungen ausgeschlossen, vermochten aber unter Umst\u00e4nden gerade deswegen besser als M\u00e4nner \u00fcber informelle Kan\u00e4le Einfluss auf den jeweiligen Herrscher zu nehmen, zu dem sie oftmals in einem langj\u00e4hrigen Vertrauensverh\u00e4ltnis standen. Durch geschickte, auf die Geschlechterrollen des h\u00f6fischen Normensystems rekurrierende Selbstinszenierungen sei es diesen Akteurinnen gelungen, sich neue Handlungs- und Verhandlungsr\u00e4ume innerhalb des h\u00f6fischen Machtgef\u00fcges zu schaffen. Bemerkenswerterweise h\u00e4tten diese informellen Handlungsspielr\u00e4ume von Frauen in den Au\u00dfenbeziehungen trotz zunehmender Professionalisierung der Verwaltung weiterhin eine wichtige Rolle gespielt, auch wenn sich seit den 1760er-Jahren eine Normenhierarchie herausgebildet habe, die informelle Verhandlungen zunehmend negativ erscheinen lie\u00df.<\/p>\n<p>Auch KATRIN KELLER (Wien) richtete im ersten Panel \u00fcber den Wandel von Normen und Verhaltenscodices den Fokus auf die strukturellen Merkmale der h\u00f6fischen Gesellschaft, welche die Handlungsspielr\u00e4ume der in Au\u00dfenbeziehungen involvierten Akteurinnen bestimmten: Zum einen sei die fehlende Trennung von \u201eprivaten\u201c und \u201e\u00f6ffentlichen\u201c Sph\u00e4ren hervorzuheben, die den Frauen und insbesondere den F\u00fcrstengattinnen auch im diplomatischen Bereich Handlungsm\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnete. Zum anderen seien den adligen Frauen als Teil eines h\u00f6fischen Arbeitspaars gerade von den Zeitgenossen Aufgaben und Pflichten f\u00fcr das \u00f6ffentliche Wohl und die Sicherung der Dynastie zugeschrieben worden. Drittens h\u00e4tten Frauen eine wichtige Rolle bei der Etablierung von Patronage und klientel\u00e4ren Netzwerken gespielt. Schlie\u00dflich sei es die N\u00e4he zum F\u00fcrsten gewesen, die es diesen Akteurinnen erlaubte, als Vermittlerinnen der f\u00fcrstlichen Gnade aufzutreten und so erheblichen politischen Einfluss auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Der Wandel in der von Keller skizzierten Geschlechterordnung der h\u00f6fischen Gesellschaft stand im Mittelpunkt der Ausf\u00fchrungen von CLAUDIA OPITZ (Basel). Ausgehend vom sozialtheoretischen Werk Montesquieus analysierte sie das Frauenbild der Revolutionszeit und kam zum Schluss, dass sowohl Verfechterinnen als auch Kritiker der politischen Partizipation von Frauen als B\u00fcrgerinnen im neuentstandenen Staatswesen das Ancien R\u00e9gime als \u201egoldenes Zeitalter\u201c der weiblichen Einflussnahme auf die Politik bewerteten, eine Einflussnahme, die im Kontext revolution\u00e4ren Umbruchs freilich in einem negativen Licht zu erscheinen hatte.<\/p>\n<p>Ein Beispiel derartiger Einflussm\u00f6glichkeiten einer Frau in der Diplomatie der h\u00f6fischen Gesellschaft beschrieb JULIA SCHWARZ (Bern) in ihrem Referat \u00fcber die bayerische Kurf\u00fcrstin Henriette Adela\u00efde von Savoyen (1636-1676), die durch ihr pers\u00f6nliches Netzwerk zum franz\u00f6sischen Hof und durch ihren Zugang zum Kurf\u00fcrsten eine kontinuierliche franz\u00f6sische Einflussnahme am bayerischen Hof erm\u00f6glichte. F\u00fcr Henriette Adela\u00efde selbst spielte das Geschlecht auf dem diplomatischen Parkett h\u00f6chstens eine untergeordnete Rolle, denn sie verstand sich selbst als eine den M\u00e4nnern ebenb\u00fcrtige Akteurin. In den Diskussionsbeitr\u00e4gen wurde sodann deutlich, dass solche diplomatischen Handlungsfelder von Frauen auch in der b\u00fcrgerlichen \u00d6ffentlichkeit nicht g\u00e4nzlich verschwanden. Man m\u00fcsse ganz allgemein, so auch Opitz in ihrem Referat, wohl eher von Um-Ordnungen, als von einem v\u00f6lligen Bruch in den Geschlechterbeziehungen im 18. und 19. Jahrhundert ausgehen.<\/p>\n<p>Im zweiten Panel stand die Frage nach der Inszenierung von Geschlecht zur Diskussion. KAY PETER JANKRIFT (Augsburg) zeigte am Beispiel des \u201eDamenfriedens\u201c von Cambrai 1529, dass Frauen in der Vormoderne gerade dann auf die diplomatische B\u00fchne traten, wenn die M\u00e4nner sich nicht als verhandlungswillig oder verhandlungsf\u00e4hig erwiesen. Die Verhandlungsf\u00fchrerinnen konnten dabei gem\u00e4\u00df Jankrift spezifische \u201ekulturelle Schl\u00fcsselkompetenzen\u201c in die Diplomatie einbringen, die sich im behandelten Fallbeispiel darin zeigten, dass das Vertragswerk von Cambrai zweisprachig \u2013 franz\u00f6sisch und spanisch, aber nicht, wie sonst \u00fcblich, lateinisch \u2013 abgefasst wurde.<\/p>\n<p>Im Referat von BIRTE F\u00d6RSTER (Darmstadt) standen nicht die historischen Verhandlungen oder deren Ergebnisse, sondern die nachtr\u00e4gliche Inszenierung und Medialisierung von m\u00e4nnlichen und weiblichen Verhaltensweisen in diplomatischen Verhandlungssituationen im Vordergrund. So sei etwa die Betonung des geschlechtsspezifischen Verhaltens der preussischen K\u00f6nigin Luise als \u201eFrau und Mutter\u201c bei ihrem Zusammentreffen mit Napoleon 1807 im 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert stark an den nationalen Diskurs gekoppelt gewesen: Napoleon erscheine in diesem Kontext als der \u201ekorsische\u201c oder franz\u00f6sische \u201eD\u00e4mon\u201c, der die Bitte der \u201ereinen deutschen Frau\u201c um mildere Friedensbedingungen kaltherzig ablehnt.<\/p>\n<p>NORMAN DOMEIER (Stuttgart) fragte in seinem Referat \u00fcber den Eulenbergskandal (1906-1909) nach dem \u201edritten Geschlecht\u201c der Diplomatie und nahm damit eine flexible Gender-Kategorie in den Blick, die zwischen den beiden kontr\u00e4ren Polen \u201em\u00e4nnlich\u201c und \u201eweiblich\u201c anzusiedeln ist: Im Falle des Eulenbergskandals wurde Homosexualit\u00e4t in der europ\u00e4ischen Presse zu einer Deutungskategorie internationaler Politik, anhand derer die Kooperationsbereitschaft und Friedensliebe des wilhelminischen Deutschlands w\u00e4hrend der Marokkokrise von 1905\/06 diskreditiert werden konnte. Dieses Beispiel weise auf die geschlechtliche Verfasst- und Bedingtheit der internationalen Beziehungen hin, die sich insbesondere in Krisensituationen zeige.<\/p>\n<p>SUSANNE SCHATTENBERG (Bremen) widmete den letzten Vortrag des Panels der ersten amtlichen Diplomatin der Moderne, der Russin Aleksandra Kollontaj (1872-1952). Anders als ihre m\u00e4nnlichen Amtskollegen habe Kollontaj die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Vordergrund ihrer diplomatischen T\u00e4tigkeit gestellt, was die ideologische Frontstellung zu lockern vermochte. In ihrem diplomatischen Alltag in Schweden und Norwegen sah sich Kollontaj als Frau mit zeremoniellen Problemen konfrontiert, waren doch im diplomatischen Zeremoniell weibliche Bevollm\u00e4chtigte nicht vorgesehen. So stellte sich beispielsweise die Frage, ob sie bei der Sitzordnung wie die Botschaftergattinnen als Dame oder aber als weiblicher Diplomat zu behandeln sei.<\/p>\n<p>Im dritten, auf die Frage nach geschlechterspezifischen Netzwerken ausgerichteten Panel fragte RAPHAELA AVERKORN (Siegen) zun\u00e4chst nach den Handlungsfeldern und Netzwerken hochadeliger Frauen in einer sp\u00e4tmittelalterlichen \u201efrontier society\u201c. Am Beispiel der Iberischen Halbinsel des 13. bis 15. Jahrhunderts zeigte sie, dass sich Frauen in verschiedenen T\u00e4tigkeitsbereichen der Au\u00dfenbeziehungen, die sich nicht grunds\u00e4tzlich von denjenigen der M\u00e4nner unterschieden, behaupten konnten. Ihre Netzwerke und Handlungsspielr\u00e4ume hingen dabei weitgehend von der Stellung zu m\u00e4nnlichen Entscheidungstr\u00e4gern ab, wobei Averkorn das Ehepaar als Arbeitspaar und die starke F\u00fcrstin sowie die M\u00e4tresse als charakteristische Formen der Einflussnahme skizzierte.<\/p>\n<p>Anschliessend nahm JANE COUCHMAN (Toronto) die Netzwerke zweier Frauen aus dem hugenottischen Adel um 1600 in den Blick. Sowohl bei \u00c9l\u00e9onore de Roye als auch bei Louise de Coligny zeige sich, dass Frauen ihre durch regelm\u00e4ssigen Briefaustausch aufrechterhaltenen Netzwerke zu Verwandten und anderen Verb\u00fcndeten nutzen konnten, um aktiv und erfolgreich Verhandlungen zu f\u00fchren. Bereits die beteiligten Akteurinnen selbst erkannten dabei geschlechtsspezifische Verhaltensmuster: Als Vertreterinnen von K\u00f6nigen oder F\u00fcrsten h\u00e4tten sich Frauen vor allem um Friedensverhandlungen bem\u00fcht, da sie dabei im Gegensatz zu m\u00e4nnlichen Akteuren keinen Ehrverlust zu bef\u00fcrchten hatten.<\/p>\n<p>Nach den Netzwerken international t\u00e4tiger Frauen fragte MADELEINE HERREN (Heidelberg) im dritten Vortrag dieses Panels. In den 1920er-Jahren habe sich mit der Gr\u00fcndung des V\u00f6lkerbundes ein neuer Bereich internationaler Politik herausgebildet, in dem auch Frauen von der Durchl\u00e4ssigkeit sozialer und nationaler Grenzen profitierten. Da diese machtpolitisch vermeintlich peripheren Gebiete wie Genf als Sitz des V\u00f6lkerbundes zunehmend internationale Bedeutung erlangten, erweiterten Frauen als \u201esubaltern diplomats\u201c den Kreis au\u00dfenpolitischer Akteure. Ihre internationalen Netzwerke erwiesen sich dabei zunehmend als eine Herausforderung f\u00fcr die staatlichen Diplomatien.<\/p>\n<p>Das vierte Panel zu geschlechterspezifischen Handlungsfeldern er\u00f6ffnete SVANTE NORRHEM (Ume\u00e5) mit einem Referat \u00fcber Frauen in den Au\u00dfenbeziehungen Schwedens in den 1690er-Jahren. Waren (innen-)politische Aktivit\u00e4ten von Frauen fester Bestandteil der politischen Kultur, so sah er den Einfluss von Frauen in den Au\u00dfenbeziehungen vorwiegend auf Bereiche beschr\u00e4nkt, die mit der Dynastie und dem Haushalt in Verbindung standen. Der gro\u00dfe Einfluss von Frauen bei Heiratsallianzen zwischen K\u00f6nigsh\u00e4usern sei deshalb darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass es sich dabei nicht um Staatsaff\u00e4ren, sondern um dynastische Angelegenheiten gehandelt habe. Eine Intensivierung der Involvierung von Frauen sieht Norrhem durch die Professionalisierung des Gesandtschaftswesens im sp\u00e4ten 17. Jahrhundert hervorgerufen: Da sich die Residenzzeiten der Ambassadoren verl\u00e4ngerten, konnten engere Beziehungen zwischen schwedischen F\u00fcrstinnen und den Gattinnen der Botschafter gekn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p>Mit solchen Beziehungen zwischen Frauen befasste sich auch ELLINOR SCHWEIGH\u00d6FER (Gie\u00dfen) in ihrem Vortrag zu Diplomatengattinnen und B\u00fcrgerinnen im Frankfurt der 1850er-Jahre. Frankfurt sei insofern ein \u201ediplomatischer Sonderfall\u201c gewesen, als an der Bundesversammlung ans\u00e4ssige, adlige Diplomaten und deren Ehefrauen auf eine nicht-aristokratische, wirtschaftliche Elite trafen. In einem solchen Umfeld seien Kontaktzonen entstanden, welche die Zuschreibung unterschiedlicher weiblicher Rollenbilder gef\u00f6rdert h\u00e4tten. Ausgehend von den aus privaten Briefen, Memoiren und diplomatischen Korrespondenzen herauszulesenden (Selbst-)Darstellungen der Diplomatengattinnen und Wirtschaftsb\u00fcrgerinnen schlug Schweigh\u00f6fer drei Kategorien von Frauenrollen vor: Frauen seien als Spiegelbilder ihrer Ehem\u00e4nner, als deren \u201eAchillesverse\u201c und damit Instrument der Kritik oder als von ihrem Ehemann unabh\u00e4ngige Akteurinnen, die sich in die Politik einbinden lie\u00dfen, wahrgenommen und dargestellt worden.<\/p>\n<p>In ihrem gemeinsamen Referat f\u00fchrten SACHA ZALA und URSINA BENTELE (Bern) die Leitfragen der Tagung bis in die Gegenwart weiter, indem sie nach Geschlechterrollen in den diplomatischen Beziehungen der Schweiz in der Nachkriegszeit fragten. Ab den 1950er-Jahren stellten sich f\u00fcr die Schweizer Beh\u00f6rden Fragen nach dem Umgang mit ausl\u00e4ndischen Botschafterinnen. In den verwaltungsintern und \u00f6ffentlich gef\u00fchrten Diskursen um Titulierungen und protokollarische Fragen der Sitz- und Rangordnung zeige sich, dass der \u201ebody diplomatic\u201c eindeutig m\u00e4nnlich gepr\u00e4gt war. Insbesondere f\u00fcr die Ehem\u00e4nner von Diplomatinnen sei es schwierig gewesen, eine den Ehegattinnen von Diplomaten komplement\u00e4re Rolle zu finden. Auch im schweizerischen diplomatischen Corps begann der Diskurs um die Rolle der Frau in der Diplomatie nach dem Zweiten Weltkrieg: Den Schweizer Diplomatengatinnen wurde vor allem das Handlungsfeld der Repr\u00e4sentation zugewiesen; verheiratete Frauen blieben bis 1976 vom diplomatischen Dienst ausgeschlossen.<\/p>\n<p>In seinem Schlusskommentar er\u00f6rterte JEAN-CLAUDE WAQUET (Paris) nochmals Wandel und Kontinuit\u00e4ten der Kategorie \u201eGeschlecht\u201c, die in der Diplomatiegeschichte weder \u00fcberbetont noch kleingeredet werden solle, sondern die es als eine neben anderen relevanten Kategorien zu ber\u00fccksichtigen gelte. Geschlecht habe sowohl den Repr\u00e4sentations- wie den Verhandlungsbereich diplomatischer Praxis strukturiert, wobei Waquet den Bruchcharakter der Zeit um 1800 betonte: Waren Frauen in der h\u00f6fischen Gesellschaft in Verhandlungen involviert, aber von der (offiziellen) Repr\u00e4sentation ausgeschlossen, so \u00fcbernahmen sie als Ehefrauen im 19. Jahrhundert repr\u00e4sentative Funktionen, wurden hingegen in Verhandlungspositionen marginalisiert. Nach der russischen Revolution begann die \u201eEroberung\u201c der Diplomatie durch die Frauen ausgehend von peripheren Gebieten, wobei die weibliche Pr\u00e4senz auf dem diplomatischen Parkett in protokollarischen Fragen noch lange Zeit problematisch blieb.<\/p>\n<p>Das Statement Waquets m\u00fcndete in der abschlie\u00dfenden Diskussion in die Frage nach m\u00f6glichen Perspektiven der Geschlechterforschung f\u00fcr die Geschichte der Au\u00dfenbeziehungen und der Diplomatie. Als vertieft zu verfolgender Forschungsansatz wurde vorgeschlagen, die Rolle von mitreisenden Ehefrauen, beispielsweise an F\u00fcrstenzusammenk\u00fcnften wie dem Reichstag, zu untersuchen. Mehrere Diskussionsbeitr\u00e4ge regten zudem dazu an, \u00fcber die Geschlechterforschung hinaus die Haushalte von Diplomatinnen und Diplomaten st\u00e4rker in den Blickpunkt der Forschung zu r\u00fccken. Allgemein gelte es, insbesondere die epochen\u00fcbergreifenden Tendenzen und die Kontinuit\u00e4ten des Effekts von \u201eGeschlecht\u201c in der diplomatischen Praxis weiter zu untersuchen. Die Fruchtbarkeit einer solchen Diskussion, deren interdisziplin\u00e4re Erweiterung von den Veranstaltern urspr\u00fcnglich intendiert war und in jedem Fall w\u00fcnschenswert w\u00e4re, konnte im Rahmen dieser Tagung aufgezeigt werden.<\/p>\n<p>Konferenz\u00fcbersicht:<\/p>\n<p>Corina Bastian\/Christian Windler (Bern): Begr\u00fc\u00dfung und Einf\u00fchrung<\/p>\n<p>Joan B. Landes (Pennsylvania): Visualizing the International: The Gender of Late Eighteenth-Century Diplomacy<\/p>\n<p>Corina Bastian\/Eva Dade (Paris)\/Eva Ott (Bern): \u201cWeibliche Diplomatie\u201d \u2013 Frauen in Au\u00dfenbeziehungen (18. Jahrhundert): Bilanz des Forschungsprojektes<\/p>\n<p>Panel 1: Normen und Verhaltenscodices im Wandel<\/p>\n<p>Katrin Keller (Wien): Frauen und Diplomatie in der h\u00f6fischen Gesellschaft<\/p>\n<p>Claudia Opitz (Basel): Zum Wandel der Geschlechterordnung im 18. Jahrhundert<\/p>\n<p>Julia Schwarz (Bern): Kurf\u00fcrstin Henriette Adela\u00efde von Savoyen als diplomatische Akteurin<\/p>\n<p>Panel 2: Inszenierungen von Geschlecht<\/p>\n<p>Kay Peter Jankrift (Augsburg): \u201eWenn M\u00e4nner schweigen\u201c. Margarethe von \u00d6sterreich, Luise von Savoyen und der Damenfriede von Cambrai 1529<\/p>\n<p>Birte F\u00f6rster (Darmstadt): Die \u201ereine\u201c Frau gegen den \u201ekorsischen D\u00e4mon\u201c \u2013 fiktionale Darstellungen weiblicher und m\u00e4nnlicher Diplomatie im 19. und 20. Jahrhundert<\/p>\n<p>Norman Domeier (Stuttgart): Das dritte Geschlecht der Diplomatie \u2013 Die Au\u00dfenpolitik des wilhelminischen Deutschland unter dem Verdacht der Homosexualit\u00e4t<\/p>\n<p>Susanne Schattenberg (Bremen): Alexandra Kollontaj und die \u201eR\u00fcckkehr\u201c der Frauen in die Diplomatie mit der Sowjetunion<\/p>\n<p>Panel 3: Geschlechterspezifische Netzwerke<\/p>\n<p>Raphaela Averkorn (Siegen): Hochadelige Frauen auf der Iberischen Halbinsel als Handlungstr\u00e4gerinnen der ausw\u00e4rtigen Beziehungen \u2013 weibliche Netzwerke in einer Frontier Society (13.-15. Jahrhundert)<\/p>\n<p>Jane Couchman (Toronto): Women\u2019s Letters across Europe: Huguenot Women\u2019s Epistolary Networks and Diplomacy<\/p>\n<p>Madeleine Herren-Oesch (Heidelberg): \u201eYoung Women Combining Beauty and Brains\u201d. Au\u00dfenpolitische Akteure im Jahrhundert des Internationalismus<\/p>\n<p>Panel 4: Geschlechterspezifische Handlungsfelder \u2013 eine \u201eArbeitsteilung\u201c?<\/p>\n<p>Svante Norrhem (Ume\u00e5): Women and Foreign Relations: Sweden during the 1690\u2019s<\/p>\n<p>Ellinor Schweigh\u00f6fer (Giessen): Kategorien der Weiblichkeit. Diplomatengattinnen und B\u00fcrgerinnen in Frankfurt am Main zur Zeit des Deutschen Bundes<\/p>\n<p>Ursina Bentele\/Sacha Zala (Bern): Von Ehefrauen, Sekret\u00e4rinnen und Diplomatinnen. Diskurse, Biographien und Verwaltungspraktiken im schweizerischen diplomatischen Corps in der Nachkriegszeit<\/p>\n<p>Jean-Claude Waquet (Paris): Commentaire final<\/p>\n<p>Zitation<br \/>\nTagungsbericht: \u201eDas Geschlecht der Diplomatie\u201c \u2013 Geschlechterrollen in den Au\u00dfenbeziehungen vom Sp\u00e4tmittelalter bis zur Gegenwart, In: H-Soz-Kult, 16.02.2012, &lt;www.hsozkult.de\/conferencereport\/id\/fdkn-122699&gt;.<br \/>\nCopyright (c) 2022 by H-NET, Clio-online and H-Soz-Kult, and the author, all rights reserved. This work may be copied and redistributed for non-commercial, educational purposes, if permission is granted by the author and usage right holders. For permission please contact hsk.redaktion@geschichte.hu-berlin.de.&#8220;<\/p>\n<p>https:\/\/www.hsozkult.de\/conferencereport\/id\/fdkn-122699<\/p>\n<p>Ihr&#8230;<br \/>\nTut mir echt Leid&#8230;<br \/>\n<strong>Ich habe EBEN soviel typisch weibliches beobachten k\u00f6nnen DAS MIR schlecht geworden ist. Ich w\u00fcrde ja jetzt einiges schreiben \u2026 Aber meine Erziehung hindert mich dran.<\/strong><br \/>\n*<\/p>\n<p>Mir ist die Lust vergangen, mache sp\u00e4ter weiter. Und sowas HABT IHR gew\u00e4hlt!<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p><em><ins datetime=\"2022-06-24T10:03:06+00:00\"><strong>Sevgili okurlar\u0131m, terc\u00fcme ettirin\u2026<br \/>\nYOK HALIM\u2026<br \/>\nHi\u00e7 iyi de\u011filim.<\/strong><\/ins><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cogito, ergo sum KOMMT gerade in den Nachrichten: &#8222;Fakten \u2014 24. Jun. 2022 ifo Gesch\u00e4ftsklimaindex gesunken (Juni 2022) Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich eingetr\u00fcbt. Der ifo Gesch\u00e4ftsklimaindex ist im Juni auf 92,3 Punkte gefallen, nach 93,0 Punkten im Mai. Die Unternehmen waren etwas weniger zufrieden mit der aktuellen Gesch\u00e4ftslage. Die Erwartungen fielen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=99480\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eKOMMT gerade in den Nachrichten:\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99480"}],"collection":[{"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=99480"}],"version-history":[{"count":25,"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99480\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99526,"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99480\/revisions\/99526"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=99480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=99480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=99480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}