{"id":196997,"date":"2025-02-01T09:37:09","date_gmt":"2025-02-01T09:37:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=196997"},"modified":"2025-02-01T09:44:23","modified_gmt":"2025-02-01T09:44:23","slug":"1035-die-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=196997","title":{"rendered":"10:35 DIE &#8222;Nachrichten&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"https:\/\/assets.adac.de\/image\/upload\/ar_16:9,c_fill,f_auto,g_auto,q_auto:eco,w_1500\/v1\/ADAC-eV\/KOR\/Grafik\/Infografik\/Verkehrsschilder-Einbahnstra%C3%9Fe-Verbot-der_Einfahrt-220-267_cfhigl.webp\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Diese Einseitigkeit macht mich&#8230;<br \/>\nWahnsinnig<\/p>\n<p>&#8230;<br \/>\n&#8222;<strong>Das Anatolisches Muslimentum, die Toleranz und der Pluralismus<\/strong><br \/>\n23<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nDie UNESCO erkl\u00e4rte im Jahre 1995, dass die Toleranz jenen Schlussstein darstelle, welcher die Menschenrechte, den Pluralismus (auch den kulturellen Pluralismus), die Demokratie und den Rechtsstaat zusammenh\u00e4lt.[50] Die ihr dabei zugesprochene Bedeutung beinhaltet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung. Entsprechend der Erkl\u00e4rung befinden sich auch in den Leben und Lehren der Pioniere des Anatolischen Muslimentums inhaltsgleiche Auffassungen. Aus dem Mak\u0101l\u0101t des Hac\u0131 Bektasch Veli ist zum Beispiel zu entnehmen, dass \u201edas Nicht-Tadeln der zweiundsiebzig Mille\u1e2b[51]\u201c zu einem Gebot erhoben wurde. Mevl\u0101n\u0101 Dschal\u0101ledd\u012bn er-R\u016bm\u012b brachte die Anerkennung der Kulturen mit dem Satz \u201eder eine Fu\u00df meines Zirkels st\u00fctzt auf der Scher\u012b\u02bfah, und mein zweiter Fu\u00df durchwandert die zweiundsiebzig Mille\u1e2b\u201c[52] zum Ausdruck. Yunus Emre zufolge gilt: \u201eWer die zweiundsiebzig Mille\u1e2b nicht als eine Einheit betrachtet, ist in Wirklichkeit ein Widersacher, auch wenn er als ein Heiliger angesehen wird.[53]\u201c In einem anderen Vers sagt Yunus Emre: \u201eHast einmal zerst\u00f6rt ein Herz, gilt dein \u1e62al\u0113\u1e2b-Gebet nimmer mehr, weder Hand noch Gesicht &#8211; nein, auch die zweiundsiebzig Mille\u1e2b machen diese nicht mehr rein.\u201c[54]<\/p>\n<p>24<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nWie sich aus den wiedergegebenen \u00c4u\u00dferungen feststellen l\u00e4sst, hatten die anatolischen Pioniere nicht nur zur Toleranz aufgerufen, auch begr\u00fcndeten sie ganze Konzepte, in denen sie zu einer humanistischen Haltung aufriefen. G\u00fclen schlie\u00dft sich dieser Haltung an, wenn er mit dem Spruch, \u201ekommt lasst uns mit unseren Herzen sprechen\u201c[55], zu einer Interaktion auf der Herzensebene aufruft.  Weiter formuliert er wie folgt: \u201eKommt lasst uns die Gedanken Anderer respektieren, sie in ihrem Befinden anerkennen und ihnen Ehre erweisen.\u201c[56] Bez\u00fcglich der Umarmung der gesamten Menschheit gibt er zu verstehen: \u201e\u00d6ffne deine Brust so weit wie die Ozeane! Sei erf\u00fcllt mit Glauben und liebe die Menschen; Kein einziges trauriges Herz darf bleiben, dem du kein Interesse gezeigt und deine Hand nicht gereicht hast![57]<\/p>\n<p>25<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nNeben dem Toleranzbewusstsein enthalten die wiedergegebenen Inhalte auch Spuren eines Pluralismusdenkens, zu der sich G\u00fclen in einer seiner w\u00f6chentlichen Reden[58] ausf\u00fchrlich ausspricht. Neben dem Qur&#8217;\u0101n, der Tradition des Gottesgesandten (F.H.), dem Konsens der Normgelehrten und dem Analogieschluss, welche die grundlegenden Bezugsquellen des Muslimentums sind, g\u00e4be es auch die erg\u00e4nzenden Bezugsquellen. Bei der Betrachtung der letzteren Quellen, zu denen die Gewohnheiten, Br\u00e4uche, Traditionen bzw. Sitten gez\u00e4hlt werden, k\u00f6nne gesehen werden, dass Menschen \u2013 auch als Volk \u2013 die Dinge nie im gleichen Ma\u00dfe verstanden hatten. Aus dieser Perspektive betrachtet, gelte f\u00fcr jede Zeit, dass nie von einem absoluten Einheitsdenken die Rede sein k\u00f6nne. Auch habe es das in der Urgemeinde um den Gottesgesandten Mu\u1e25ammed (F.H.) nicht gegeben. Der ehrenwerte \u00d6mer und der ehrenwerte Eb\u016b Zerr seien beispielsweise sehr unterschiedlich denkende Menschen gewesen. Gleiches gelte auch f\u00fcr den ehrenwerten Eb\u016b Bekr und den ehrenwerten Bil\u0101l el-\u1e24abesch\u012b. Obwohl sie sich auf die gleichen Quellen gest\u00fctzt, von der gleichen spirituellen Nahrung gespeist und das gleiche Ziel vor Augen gehabt h\u00e4tten, seien sie anders gewesen. Auch wenn ihre \u00c4u\u00dferungen auf bestimmte Dinge \u00e4hnlich ausgesehen h\u00e4tten, seien sie doch unterschiedlich gewesen. In diesem Sinne k\u00f6nne man von einem gelebtenPluralismus reden. Ein Pluralismus, das gelebt wurde, aber dem man keinen Namen gegeben hatte. Ein Pluralismus in nat\u00fcrlicher Form.<\/p>\n<p>26<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nG\u00fclen f\u00e4hrt fort und sagt, dass nicht alle Menschen gleich sein m\u00fcssen. Sie k\u00f6nnen unterschiedlich denken und f\u00fchlen. Sogar k\u00f6nnte gesagt werden, dass es entsprechend der Anzahl der K\u00f6pfe der Menschen, Unterschiede g\u00e4be und dass die Menschen, ohne dass sie diese Unterschiede wirklich realisieren, ihre Leben fortf\u00fchren w\u00fcrden. Diesen Pluralismus k\u00f6nne man als einen \u201enamenlos gelebten Pluralismus\u201c nennen. So wie man in diesem Zusammenhang Beispiele aus der Zeit des Gottesgesandten Mu\u1e25ammed (F.H.) geben k\u00f6nne, k\u00f6nne man auch aus sp\u00e4teren Zeiten Beispiele aufzeigen. In diesem Sinne k\u00f6nne man \u00fcber ein Bekenntnis hinaus, den Pluralismus auch als eine Gabe All\u0101\u1e2bs ansehen. Dies sei wahrlich ein Richtiges, in der es kein Z\u00f6gern g\u00e4ben k\u00f6nne.<\/p>\n<p>27<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nWenn Menschen trotz ihrer unterschiedlichen Gef\u00fchle, Verst\u00e4ndnissen, Kompetenzen, Willen und Handlungen, und trotz ihren unterschiedlichen kulturellen und geographischen Abstammungen eine Einheit bzw. Gemeinsamkeit errichten k\u00f6nnten; wenn sie eine Gemeinschaft sein k\u00f6nnten, k\u00f6nnte man dies als eine Hingabe, als eine Ergebenheit der g\u00f6ttlichen Anordnung gegen\u00fcber betrachten. In gewisser Hinsicht sei dies ein Gottesdienst. Denn es hei\u00dfe, wer im Mittelpunkt des Paradieses seinen Platz errichten wolle, solle f\u00fcr sich die Gemeinschaft als notwendig erachten.<\/p>\n<p>28<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nIn Gemeinschaften seien Menschen Sticheleien anderer ausgesetzt, welche wiederum aus unterschiedlichsten \u00dcberlegungen, Verst\u00e4ndnissen und Interpretationen herr\u00fchren w\u00fcrden. Diese seien zugleich Versuchungen und w\u00fcrden in den Menschen Reaktionsgef\u00fchle ausl\u00f6sen. Sich unwohl f\u00fchlend k\u00f6nnten sich in den Menschen Hassgef\u00fchle entwickeln. Wenn diese Gef\u00fchle aber \u00fcberwunden werden, k\u00f6nne dem Menschen, wie im Gebet, die Gunst Gottes zu Teil werden. Der Pluralismus w\u00e4re in solch einem Fall eine Gnade All\u0101\u1e2bs.<\/p>\n<p>29<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nTyrannei, Repression oder Despotismus w\u00fcrden die unterschiedlichen Kompetenzen der unterschiedlichen Menschen abstumpfen. Jegliche Gemeinwesen w\u00e4ren wie gestutzte und vereinheitlichte Baumst\u00e4mme. Wenn Menschen in solche Zust\u00e4nde versetzt werden, dann w\u00e4re das so, als ob sie in ein geschlossenes Gef\u00e4\u00df eingesperrt und von der Welt ausgeschlossen werden w\u00fcrden. Sie w\u00e4ren in der gegenw\u00e4rtig globalisierten Welt wie Leblose. In den Gassen und den Korridoren \u2013 in denen sie umhergehen \u2013, und unter ihren Mitmenschen w\u00fcrden sie stets der Grund f\u00fcr Verwirrungen sein. Benommen und bedeutungslos w\u00fcrde in die Gesichter der Menschen geblickt werden.<\/p>\n<p>30<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nG\u00fclen erachtet die \u00d6ffnung, damit ist die Wandlung bzw. der Auszug aus jeglicher Verschlossenheit gemeint, als eine gro\u00dfe Notwendigkeit. Dadurch komme man mit der gesamten Welt in Ber\u00fchrung. Und w\u00e4hrend man sich der Welt \u00f6ffne, k\u00f6nne es sein, dass man Mitmenschen begegne, die zwar auch aus denselben Quellen sch\u00f6pfen w\u00fcrden, aber deren Verst\u00e4ndnisse, Gedanken, Urteile, L\u00f6sungen, Folgerungen und Bevorzugungen unterschiedliche w\u00e4ren. In solchen F\u00e4llen k\u00f6nnte nach Ber\u00fchrungspunkten oder Ankn\u00fcpfungsm\u00f6glichkeiten Ausschau gehalten werden. Man k\u00f6nne, bei etwaigen Widerspr\u00fcchen, auf Gleiches blicken bzw. auf Gemeinsames hinweisen. Auch komme man durch die \u00d6ffnung mit anderen Religionen, wie etwa mit dem Judentum und dem Christentum in Ber\u00fchrung. Durch eine \u00d6ffnung in Richtung Fernosten, w\u00fcrde man mit dem Buddhismus bis zum Brahmanismus, dem Schintoismus bis zum Konfuzianismus begegnen. Man komme mit den verschiedensten Kulturen bzw. mit den Kindern verschiedener Kulturen zusammen. In solch einer globalisierten Welt sei ein Pluralismusdenken eine zu akzeptierende Notwendigkeit.<\/p>\n<p>31<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nEs kann also zurecht gesagt werden, dass im Anatolischen Muslimentum, sowohl in vergangener als auch in gegenw\u00e4rtiger Zeit, Wert auf die \u00d6ffnung gelegt wurde. Der Verschlossenheit den R\u00fccken wendend galt es in einer toleranten und humanistischen Haltung die Vielfalt anzuerkennen und Unterschiedlichkeiten auszukommen. Der einst namenlos gelebten Realit\u00e4t, dem Pluralismus also, kommt in der globalisierten Welt eine unverzichtbare Bedeutung zu. Neben der Ber\u00fchrung mit Menschen, die ebenfalls auf dieselben Quellen und Wurzeln sich beziehen, kann man auch mit Menschen in Ber\u00fchrung kommen, die anderen Religionen und Kulturen angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>32<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nSchluss<br \/>\n33<br \/>\nParagraph Icon<br \/>\nAbschlie\u00dfend will gesagt werden, dass die vielf\u00e4ltigen und menschlich bedingten Verst\u00e4ndnisse des einen Isl\u0101m zum einen die Einheit und zum anderen die daraus erschlossene Vielfalt zum Ausdruck bringen. Dieser Logik folgend f\u00fchren Aussagen wie \u201ees gibt nicht nur den einen Isl\u0101m\u201c und \u201ees gibt nur ein Isl\u0101m-Verst\u00e4ndnis\u201c ad absurdum. Positiv formuliert gilt, dass es nur einen Isl\u0101m und viele aus ihr erschlossene Isl\u0101m-Verst\u00e4ndnisse gibt. Anders gesagt sind die vielf\u00e4ltigen Isl\u0101m-Verst\u00e4ndnisse, die aus der Einheit erschlossene Vielfalt. Ungeachtet dessen, dass die Vielf\u00e4ltigkeit erst durch ein Toleranz- bzw. Pluralismusdenken m\u00f6glich ist, stellt sich die Frage, ob und welches der hervorgegangenen Verst\u00e4ndnisse selbst ein Toleranz- bzw. Pluralismusdenken zulassen. Um dieser Antwort gerecht werden zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten vorhandenen Isl\u0101m-Verst\u00e4ndnissen nachgesp\u00fcrt und dessen Konzepten nachgegangen werden. Diesem Anliegen entsprechend wurde in diesem Artikel, mit der Begr\u00fcndung des Begriffes Muslimentum und der Thematisierung des Anatolischen Muslimentum, als eine verwirklichte Form bzw. als ein Verst\u00e4ndnis des Isl\u0101m, nachgegangen.&#8220;<\/p>\n<p>https:\/\/www.uibk.ac.at\/theol\/leseraum\/texte\/1143.html#ch7<\/p>\n<p><strong>Es entspricht UNSEREM Wessen\u2026<br \/>\nEGAL\u2026<br \/>\nOb Jude, Christ\u2026<br \/>\nODER Moslem!<\/p>\n<p>Gut gelegentlich schlagen wir UNS gegenseitig die K\u00f6pfe ein\u2026<br \/>\nHeyyyyyyyy AUCH WIR SIND nur Mensch\u2026<br \/>\nAber im Gro\u00dfen ganzen\u2026<br \/>\nK\u00d6NNEN WIR<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Einseitigkeit macht mich&#8230; Wahnsinnig &#8230; &#8222;Das Anatolisches Muslimentum, die Toleranz und der Pluralismus 23 Paragraph Icon Die UNESCO erkl\u00e4rte im Jahre 1995, dass die Toleranz jenen Schlussstein darstelle, welcher die Menschenrechte, den Pluralismus (auch den kulturellen Pluralismus), die Demokratie und den Rechtsstaat zusammenh\u00e4lt.[50] Die ihr dabei zugesprochene Bedeutung beinhaltet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung. 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