{"id":158477,"date":"2024-01-01T12:03:26","date_gmt":"2024-01-01T12:03:26","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=158477"},"modified":"2024-01-01T12:04:05","modified_gmt":"2024-01-01T12:04:05","slug":"158477","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=158477","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Ethische Leitlinien<br \/>\nDie Ethischen Leitlinien der Gesellschaft f\u00fcr Informatik e.V. (GI) wurden am 29. Juni 2018 vom Pr\u00e4sidium der GI verabschiedet. Sie ersetzen die 1994 erstmals formulierten und 2004 \u00fcberarbeiteten Leitlinien und wurden ma\u00dfgeblich von der Fachgruppe \u201eInformatik und Ethik\u201c unter Beteiligung der Mitglieder der GI entwickelt.<\/p>\n<p>Pr\u00e4ambel<br \/>\nDie Gesellschaft f\u00fcr Informatik e.V. (GI) will mit diesen Leitlinien bewirken, dass berufsethische oder moralische Konflikte Gegenstand gemeinsamen Nachdenkens und Handelns werden. Die Leitlinien sollen den GI-Mitgliedern und dar\u00fcber hinaus allen Menschen, die IT-Systeme entwerfen, herstellen, betreiben oder verwenden, eine Orientierung bieten. <\/p>\n<p>Die vorliegenden Leitlinien sind Ausdruck des Willens der GI-Mitglieder, ihr Handeln an den Werten auszurichten, die dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und der Charta der Grundrechte der Europ\u00e4ischen Union zu Grunde liegen. <\/p>\n<p>Die GI und ihre Mitglieder verpflichten sich zur Einhaltung dieser Leitlinien. Sie wirken auch au\u00dferhalb der GI darauf hin, dass diese im \u00f6ffentlichen Diskurs Beachtung finden. <\/p>\n<p>Die GI-Mitglieder f\u00fchlen sich insbesondere dazu verpflichtet, die Menschenw\u00fcrde zu achten und zu sch\u00fctzen. Wenn staatliche, soziale oder private Normen im Widerspruch zu diesen Werten stehen, muss dies von den GI-Mitgliedern thematisiert werden. <\/p>\n<p>Die GI-Mitglieder setzen sich daf\u00fcr ein, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Recht auf Gew\u00e4hrleistung der Vertraulichkeit und Integrit\u00e4t informationstechnischer Systeme durch ihr Handeln zu bef\u00f6rdern. <\/p>\n<p>Die GI-Mitglieder treten daf\u00fcr ein, dass Organisationsstrukturen frei von Diskriminierung sind, und ber\u00fccksichtigen bei Entwurf, Herstellung, Betrieb und Verwendung von ITSystemen die unterschiedlichen Bed\u00fcrfnisse und die Diversit\u00e4t der Menschen. <\/p>\n<p>Die GI-Mitglieder wollen den Diskurs \u00fcber ethische und moralische Fragen ihres individuellen und institutionellen Handelns mit der \u00d6ffentlichkeit aufnehmen und Aufkl\u00e4rung leisten. In einer vernetzten Welt ist es notwendig, Handlungsalternativen im Hinblick auf ihre absehbaren Wirkungen und m\u00f6glichen Folgen interdisziplin\u00e4r zu thematisieren. Hier ist jedes Mitglied gefordert. <\/p>\n<p>Der offene Charakter der nachfolgenden Artikel macht deutlich, dass es keine abschlie\u00dfenden Handlungsanweisungen oder starren Regelwerke f\u00fcr moralisch gebotenes Handeln geben kann. <\/p>\n<p>Art. 1 Fachkompetenz <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied eignet sich den Stand von Wissenschaft und Technik in seinem Fachgebiet an, ber\u00fccksichtigt ihn und kritisiert ihn konstruktiv. Das GI-Mitglied verbessert seine Fachkompetenz st\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Art. 2 Sachkompetenz und kommunikative Kompetenz <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied verbessert laufend seine Sachkompetenzen und kommunikativen Kompetenzen, so dass es die seine Aufgaben betreffenden Anforderungen an Entwurf, Herstellung, Betrieb und Verwendung von IT-Systemen und ihre fachlichen und sachlichen Zusammenh\u00e4nge begreift. Um die Auswirkungen von IT-Systemen im Anwendungsumfeld beurteilen und geeignete L\u00f6sungen vorschlagen zu k\u00f6nnen, bedarf es der Bereitschaft, die Rechte, Bed\u00fcrfnisse und Interessen der Betroffenen zu verstehen und zu ber\u00fccksichtigen. <\/p>\n<p>Art. 3 Juristische Kompetenz <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied kennt und beachtet die einschl\u00e4gigen rechtlichen Regelungen bei Entwurf, Herstellung, Betrieb und Verwendung von IT-Systemen. Das GI-Mitglied wirkt im Rahmen seiner Fach- und Sachkompetenzen an der Gestaltung rechtlicher Regelungen mit. <\/p>\n<p>Art. 4 Urteilsf\u00e4higkeit <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied entwickelt seine Urteilsf\u00e4higkeit, um an Gestaltungsprozessen in individueller und gemeinschaftlicher Verantwortung mitwirken zu k\u00f6nnen. Dies setzt die Bereitschaft voraus, das eigene und das gemeinschaftliche Handeln im gesellschaftlichen Diskurs kritisch zu hinterfragen und zu bewerten sowie die Grenzen der eigenen Urteilsf\u00e4higkeit zu erkennen. <\/p>\n<p>Art. 5 Arbeitsbedingungen <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied setzt sich f\u00fcr sozial vertr\u00e4gliche Arbeitsbedingungen mit Weiterbildungs-und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten ein. <\/p>\n<p>Art. 6 Organisationsstrukturen <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied tritt aktiv f\u00fcr Organisationsstrukturen ein, die sozial vertr\u00e4gliche Arbeitsbedingungen sowie die \u00dcbernahme individueller und gemeinschaftlicher Verantwortung f\u00f6rdern und erm\u00f6glichen. <\/p>\n<p>Art. 7 Lehren und Lernen <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied, das Informatik lehrt, f\u00f6rdert die F\u00e4higkeit zum kritischen Denken, bereitet die Lernenden auf deren individuelle und gemeinschaftliche Verantwortung vor und ist hierbei selbst Vorbild. Das GI-Mitglied, das in Schule, Hochschule oder Weiterbildung Informatik lernt, fordert dies von den Lehrenden ein.<\/p>\n<p>Art. 8 Forschung <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied, das auf dem Gebiet der Informatik forscht, h\u00e4lt im Forschungsprozess die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis ein. Dazu geh\u00f6ren insbesondere die Offenheit und Transparenz im Umgang mit Kritik und Interessenkonflikten, die F\u00e4higkeit zur \u00c4u\u00dferung und Akzeptanz von Kritik sowie die Bereitschaft, die Auswirkungen der eigenen wissenschaftlichen Arbeit im Forschungsprozess zu thematisieren. Wissenschaftliche Forschung st\u00f6\u00dft an Grenzen. Diese m\u00fcssen verst\u00e4ndlich gemacht werden. <\/p>\n<p>Art. 9 Zivilcourage <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied tritt mit Mut f\u00fcr den Schutz und die Wahrung der Menschenw\u00fcrde ein, selbst wenn Gesetze, Vertr\u00e4ge oder andere Normen dies nicht explizit fordern oder dem gar entgegenstehen. Dies gilt auch in Situationen, in denen seine Pflichten gegen\u00fcber Auftraggebenden in Konflikt mit der Verantwortung gegen\u00fcber anderweitig Betroffenen stehen. Dies kann in begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen auch den \u00f6ffentlichen Hinweis auf Missst\u00e4nde einschlie\u00dfen. <\/p>\n<p>Art. 10 Soziale Verantwortung <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied soll mit Entwurf, Herstellung, Betrieb und Verwendung von IT-Systemen zur Verbesserung der lokalen und globalen Lebensbedingungen beitragen. Das GI-Mitglied tr\u00e4gt Verantwortung f\u00fcr die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen seiner Arbeit. Es soll durch seinen Einfluss auf die Positionierung, Vermarktung und Weiterentwicklung von IT-Systemen zu deren sozial vertr\u00e4glicher und nachhaltiger Verwendung beitragen. <\/p>\n<p>Art. 11 Erm\u00f6glichung der Selbstbestimmung <\/p>\n<p>Das GI-Mitglied wirkt darauf hin, die von IT-Systemen Betroffenen an der Gestaltung dieser Systeme und deren Nutzungsbedingungen angemessen zu beteiligen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Systeme, die zur Beeinflussung, Kontrolle und \u00dcberwachung der Betroffenen verwendet werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Art. 12 Die Gesellschaft f\u00fcr Informatik <\/p>\n<p>Die Gesellschaft f\u00fcr Informatik ermutigt ihre Mitglieder, sich in jeder Situation an den Leitlinien zu orientieren. In Konfliktf\u00e4llen versucht die GI zwischen den Beteiligten zu vermitteln. <\/p>\n<p>Kontakt<br \/>\nDr. Stefan Ullrich (E-Mail)<br \/>\nFachgruppe Informatik und Ethik&#8220;<\/p>\n<p>https:\/\/gi.de\/ueber-uns\/organisation\/unsere-ethischen-leitlinien\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ethische Leitlinien Die Ethischen Leitlinien der Gesellschaft f\u00fcr Informatik e.V. (GI) wurden am 29. Juni 2018 vom Pr\u00e4sidium der GI verabschiedet. Sie ersetzen die 1994 erstmals formulierten und 2004 \u00fcberarbeiteten Leitlinien und wurden ma\u00dfgeblich von der Fachgruppe \u201eInformatik und Ethik\u201c unter Beteiligung der Mitglieder der GI entwickelt. Pr\u00e4ambel Die Gesellschaft f\u00fcr Informatik e.V. 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