{"id":124089,"date":"2023-03-13T14:56:45","date_gmt":"2023-03-13T14:56:45","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=124089"},"modified":"2023-03-13T15:01:25","modified_gmt":"2023-03-13T15:01:25","slug":"kosten-nutzen-rechnung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=124089","title":{"rendered":"Kosten-Nutzen-Rechnung"},"content":{"rendered":"<p>Ein JEDER Kaufmann&#8230;<br \/>\nWie gesagt WEDER Waffe NOCH alles andere&#8230;<br \/>\nIch&#8230;<br \/>\nHabe KEINEN Punkt gesetzt!<\/p>\n<p>Ich W\u00dcRDE nichts sagen&#8230;<br \/>\nWenn&#8230;<br \/>\nSie es sich nicht so einfach machen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Punkt<\/p>\n<p>Ich HABE die Schnauze voll von&#8230;<br \/>\n&#8212; Populismus &#8212;<\/p>\n<p>&#8230;<br \/>\n&#8230;<br \/>\n&#8230;<br \/>\n&#8222;Populismus als Politikstil<br \/>\nUm der Begriffsverwirrung zu begegnen, soll hier der Versuch einer Definition unternommen werden, die den Begriff beschreibt und einordnet. Sie begreift Populismus einerseits als einen Politikstil, der sich an vier Elementen festmachen l\u00e4sst. Einige davon k\u00f6nnen sich, wie bereits erw\u00e4hnt, bei allen Parteien oder Politikern finden. Treten diese Elemente aber gemeinsam auf und wird die Bezugnahme auf ein abgrenzend definiertes &#8222;Volk&#8220; zentral, dann kann andererseits durchaus von einem eigenen Parteientypus gesprochen werden.<\/p>\n<p>&#8222;Das Volk&#8220;<br \/>\nEin erstes Merkmal ist der Bezug auf &#8222;das Volk&#8220;. Denn dies ist die lateinische Wurzel des Wortes, abgeleitet von populus (&#8222;das Volk&#8220;). Populisten sprechen in ihren Reden und Medienbeitr\u00e4gen &#8222;das Volk&#8220;, &#8222;die einfachen Leute&#8220; oder \u2013 h\u00e4ufig ganz selbstverst\u00e4ndlich auf die m\u00e4nnliche Version beschr\u00e4nkt \u2013 &#8222;den kleinen Mann auf der Stra\u00dfe&#8220; an. Dabei wird suggeriert, dass &#8222;das Volk&#8220; eine Einheit sei. Interessengegens\u00e4tze, die es in modernen Gesellschaften in vielfacher Weise gibt, werden so implizit geleugnet.<\/p>\n<p>Der Appell an das nicht n\u00e4her spezifizierte &#8222;Volk&#8220; erlaubt Populisten, eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Zielgruppe anzusprechen. Eine gro\u00dfe Zahl von Menschen soll sich zugeh\u00f6rig f\u00fchlen k\u00f6nnen. Zugleich wird &#8222;das Volk&#8220; h\u00e4ufig romantisch \u00fcberh\u00f6ht: Es wird in der Rhetorik der Populisten als &#8222;ehrlich&#8220;, &#8222;hart arbeitend&#8220; und &#8222;vern\u00fcnftig&#8220; dargestellt. Dies ist eine identit\u00e4tsstiftende Strategie der Populisten, die auf diese Weise eine imagin\u00e4re Gemeinschaft konstruieren, die ein Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl vermitteln soll.<\/p>\n<p>Identit\u00e4t: Gemeinschaft durch Abgrenzung<br \/>\nIdentit\u00e4tspolitik ist zentral f\u00fcr die Agitation der Populisten. Identit\u00e4t wird in der Rhetorik von Populisten jedoch nicht nur dadurch erzeugt, dass man die Adressaten in eine romantisch \u00fcberh\u00f6hte Gemeinschaft einschlie\u00dft, sondern \u2013 vielleicht noch viel effektiver \u2013 dadurch, dass man andere aus dieser Gemeinschaft ausschlie\u00dft. Erst durch die Abgrenzung gegen\u00fcber Dritten wird ganz deutlich, wer vermeintlich zur Gemeinschaft geh\u00f6rt und wer nicht. Die Stimmungsmache gegen \u2013 mitunter gar nicht reale \u2013 Feindbilder ist eines der wichtigsten Stilmittel von Populisten.<\/p>\n<p>Dabei lassen sich typischerweise zwei Gruppen von Feindbildern unterscheiden: Einerseits politische, \u00f6konomische oder kulturelle Eliten, die in ein antagonistisches Verh\u00e4ltnis, also in einen feindschaftlichen Gegensatz, zum \u201eeinfachen Volk\u201c gesetzt werden: &#8222;Wir&#8220; gegen &#8222;die da oben&#8220;. Diese Eliten werden als abgehoben, korrupt, selbsts\u00fcchtig und nur am eigenen Machterhalt interessiert dargestellt.<\/p>\n<p>Andererseits greifen Populisten auch immer wieder marginalisierte Bev\u00f6lkerungsgruppen an, gleich ob es sich um soziale, kulturelle, religi\u00f6se oder sprachliche Minderheiten handelt. Bei Rechtspopulisten sind es typischerweise Migranten. Durch die aggressive Abgrenzung gegen\u00fcber Minderheiten soll die Zielgruppe der Populisten davon \u00fcberzeugt werden, dass sie zur imaginierten Gemeinschaft geh\u00f6rt (&#8222;wir&#8220; gegen &#8222;die anderen&#8220;). Zugleich werden die Minderheiten als S\u00fcndenb\u00f6cke f\u00fcr alle m\u00f6glichen sozialen oder anderen Missst\u00e4nde verantwortlich gemacht.<\/p>\n<p>Die F\u00fchrungsfiguren<br \/>\nEin drittes, fast immer anzutreffendes Merkmal des Populismus ist seine Abh\u00e4ngigkeit von charismatischen F\u00fchrungsfiguren. Kaum eine populistische Partei kommt ohne einen selbsternannten &#8222;Volkstribunen&#8220; aus, der ihr als Gesicht und Aush\u00e4ngeschild dient. Diese Anf\u00fchrer versuchen, \u00fcber die Medien in eine m\u00f6glichst direkte Beziehung zu ihrer Zielgruppe zu treten, wobei sie sich eines festen Kanons aufmerksamkeitserregender Stilmittel bedienen: radikale L\u00f6sungen f\u00fcr komplexe Probleme, gezielte Tabubr\u00fcche und Provokationen, Personalisierung, Emotionalisierung sowie das Sch\u00fcren von Angst und Hass auf &#8222;die da oben&#8220; oder &#8222;die anderen&#8220;.<\/p>\n<p>Es ist daher kein Wunder, dass die meisten populistischen Bewegungen und Parteien mit einer bestimmten Person verbunden werden: Die Beispiele von Pim Fortuyn in den Niederlanden, J\u00f6rg Haider in \u00d6sterreich oder Ronald Schill in Deutschland zeigen, dass mit dem Wegfall des Anf\u00fchrers meist auch die dahinterstehende Organisation zusammenbricht.<\/p>\n<p>Die Organisation: Bewegung \u2260 Partei<br \/>\nTypisch f\u00fcr Populismus ist viertens, dass er sich als Bewegung organisiert. Populisten meiden in der Regel den Begriff &#8222;Partei&#8220; als Selbstbezeichnung ihrer Organisation, schon um sich von den etablierten Parteien abzugrenzen. Stattdessen nennen sie sich Bund, Liga, Liste, Front oder eben Bewegung. Die Bewegung suggeriert eine tiefe Verwurzelung im &#8222;Volk&#8220;. Zudem unterstreicht sie die Rolle des Anf\u00fchrers, der durch sein Charisma die unter Umst\u00e4nden sehr heterogene Gruppe der Anh\u00e4nger zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Dabei sind populistische Bewegungen nur selten basisdemokratisch aufgebaut. H\u00e4ufig haben sie gar keine formelle Mitgliedschaft, die mit Rechten und Pflichten ausgestattet ist. Viel eher findet sich eine strikt hierarchische Entscheidungsstruktur, die meist ganz auf die zentrale Rolle des Anf\u00fchrers zugeschnitten ist.<\/p>\n<p>Populismus als &#8222;d\u00fcnne&#8220; Ideologie<br \/>\nWenn Populismus bisher vor allem als Politikstil beschrieben wurde, so soll damit nicht der Eindruck erweckt werden, dass es keine ideologischen Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen populistischen Ph\u00e4nomenen gibt. Vielmehr ist Populismus das, was Michael Freeden eine &#8222;d\u00fcnne&#8220; Ideologie nennt (&#8222;thin-centred ideology&#8220;):Zur Aufl\u00f6sung der Fu\u00dfnote[3] Eine solche hat nur einen begrenzten ideologischen Kern. Im Fall des Populismus besteht die zentrale Idee dieser &#8222;d\u00fcnnen&#8220; Ideologie in der Unterscheidung von &#8222;Volk&#8220; und &#8222;Elite&#8220;, wobei sich die Populisten auf der Seite &#8222;des Volkes&#8220; sehen und vorgeben, das, was sie f\u00fcr den Volkswillen halten, durchzusetzen helfen. Diesen ideologischen Kern kann man bei ganz unterschiedlichen populistischen Bewegungen und Parteien identifizieren. Etwa beim amerikanischen &#8222;Populist Movement&#8220; oder den russischen Interner Link:&#8220;Narodniki&#8220; (Volkst\u00fcmlern) des 19. Jahrhunderts; bei der franz\u00f6sischen Poujade &#8211; ebenso wie bei der amerikanischen Interner Link:McCarthy-Bewegung der 1950er Jahre. \u00dcber den zentralen Bezug auf das &#8222;einfache Volk&#8220; hinaus hatten diese vier Ph\u00e4nomene wenig gemeinsam, sondern waren inhaltlich sehr unterschiedlich ausgerichtet.<\/p>\n<p>Insofern gibt es nicht &#8222;den&#8220; Populismus, sondern vielmehr Populismen unterschiedlicher ideologischer Ausrichtungen. An die &#8222;d\u00fcnne&#8220; Ideologie des Populismus lassen sich andere Ideologieelemente andocken, die ihn inhaltlich n\u00e4her qualifizieren. Beim Rechtspopulismus ist das typischerweise ein radikaler Nationalismus, der die eigene Nation, das eigene &#8222;Volk&#8220;, \u00fcber alle anderen stellt. Hinzu kommt h\u00e4ufig eine ausgepr\u00e4gte Fremdenfeindlichkeit, die sich daran festmachen l\u00e4sst, dass Rechtspopulisten oft Vorurteile gegen\u00fcber Menschen mit Migrationshintergrund sch\u00fcren. Ein drittes, immer wieder vorzufindendes Ideologieelement ist der Autoritarismus. Die Gesellschaft soll sich in der Vorstellung der Rechtspopulisten an strikten Ordnungsvorstellungen orientieren, die um jeden Preis einzuhalten sind. Beispiele hierf\u00fcr sind Forderungen nach der Einf\u00fchrung der Todesstrafe, nach schnelleren und h\u00e4rteren Urteilen von Gerichten oder nach einer st\u00e4rkeren Polizeipr\u00e4senz. Weitere Elemente wie Rassismus, Antisemitismus oder Homophobie k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich hinzukommen, sind jedoch nicht bei allen rechtspopulistischen Ph\u00e4nomenen zu beobachten.<\/p>\n<p>Da Populismus in ganz verschiedenen ideologischen Ausrichtungen daherkommt, ist es schwierig, diese unterschiedlichen Ph\u00e4nomene \u00fcber einen Kamm zu scheren. Viele zutreffende negative Bewertungen von Populismen h\u00e4ngen n\u00e4mlich vor allem mit den angedockten Ideologieelementen zusammen. Den Bezug auf &#8222;das Volk&#8220; selbst als problematisch zu qualifizieren, f\u00e4llt schwer, handelt es sich dabei doch um den demokratischen Souver\u00e4n. Die westlichen Demokratien sind in aller Regel repr\u00e4sentative Demokratien, in der diese Volkssouver\u00e4nit\u00e4t vor allem in der Wahl von Abgeordneten in Volksvertretungen besteht. Deswegen sind Forderungen nach direktdemokratischen Partizipationsformen, die der Bev\u00f6lkerung ein wesentlich unmittelbareres Mitspracherecht einr\u00e4umen, nicht pauschal abzulehnen. Viele Populisten fordern diese unmittelbare Mitbestimmung des Volkes, aber dies macht noch nicht alle Bef\u00fcrworter direkter Demokratie zu Populisten.<\/p>\n<p>Viel problematischer ist, dass die meisten Populisten einer Art &#8222;F\u00fchrerdemokratie&#8220; das Wort reden: Die charismatischen F\u00fchrungsfiguren der Populisten geben vor, sie selbst w\u00fcssten besser als alle anderen Politiker, was &#8222;das Volk&#8220; will und was dessen Interessen sind. Sie geben vor, diesen vermeintlichen Volkswillen gegen alle Widerst\u00e4nde durchzusetzen, ohne &#8222;faule Kompromisse&#8220;. Eine moderne pluralistische Demokratie hingegen erkennt an, dass es in modernen Gesellschaften eine Vielfalt unterschiedlicher Meinungen und Interessen gibt, die im politischen Prozess gegeneinander austariert werden. Dies f\u00fchrt h\u00e4ufig zu politischen Kompromissen, die in der Regel komplex sind, nicht immer allen einleuchten und selten alle Seiten vollst\u00e4ndig zufriedenstellen \u2013 daf\u00fcr aber meist auch keine Meinungen und Interessen komplett au\u00dfer Acht lassen und keine Minderheitenrechte ignorieren. Die Forderungen von Populisten sind demgegen\u00fcber viel einfacher, vielleicht auch leichter verst\u00e4ndlich \u2013 doch sie suggerieren, dass es f\u00fcr komplexe Probleme einfache L\u00f6sungen g\u00e4be. Dies ist in modernen Gesellschaften selten der Fall.&#8220;<\/p>\n<p>https:\/\/www.bpb.de\/themen\/parteien\/rechtspopulismus\/192118\/was-versteht-man-unter-populismus\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein JEDER Kaufmann&#8230; Wie gesagt WEDER Waffe NOCH alles andere&#8230; Ich&#8230; Habe KEINEN Punkt gesetzt! Ich W\u00dcRDE nichts sagen&#8230; Wenn&#8230; Sie es sich nicht so einfach machen w\u00fcrden. 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