{"id":106718,"date":"2022-09-17T13:42:16","date_gmt":"2022-09-17T13:42:16","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=106718"},"modified":"2022-09-17T13:43:00","modified_gmt":"2022-09-17T13:43:00","slug":"das-gesetz-der-serie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wordpress.gurbuz.net\/?p=106718","title":{"rendered":"DAS Gesetz der Serie"},"content":{"rendered":"<p>WARUM&#8230;<br \/>\nIch DAS ver\u00f6ffentliche?<\/p>\n<p>Ihr WERDET verstehen!<\/p>\n<p>Es GIBT den Zufall&#8230;<br \/>\nABER keine Serie DAVON!<\/p>\n<p>\ud83d\ude09<\/p>\n<p>&#8222;ANTHROPOLOGIE<\/p>\n<p>Vom Gesetz der Serie<br \/>\nWer glaubt, dass sich die Gewinnserie seines Lieblingsvereins auch am n\u00e4chsten und \u00fcbern\u00e4chsten Spieltag fortsetzen wird, macht sich statistischer Ignoranz verd\u00e4chtig &#8211; folgt aber m\u00f6glicherweise nur einer uralten Strategie.<br \/>\nJan D\u00f6nges<\/p>\n<p>&#8222;Einen Lauf&#8220; nennen es Zuschauer gelegentlich, wenn ein Sportler gerade &#8222;t\u00fcchtig abr\u00e4umt&#8220;, &#8222;einen nach dem anderen reinmacht&#8220; \u2013 oder eine &#8222;hei\u00dfe Hand&#8220; hat, wie es im angels\u00e4chsischen Sprachraum hei\u00dft. Hot-Hand-Fehlurteil nennen es dagegen Wissenschaftler, wenn Zuschauer auf die Idee kommen, bei einem Spiel, in dem haupts\u00e4chlich der Zufall entscheidet, k\u00f6nnte es so etwas wie eine Gl\u00fccksstr\u00e4hne geben.<\/p>\n<p>Wie Studien belegt haben, unterliegen wir dieser Wahrnehmungst\u00e4uschung generell, wenn es darum geht, die Auftretenswahrscheinlichkeit von Ereignissen zu beurteilen: Am Ende glauben wir fast immer, dass seltene, aber f\u00fcr uns vorteilhafte F\u00e4lle geh\u00e4uft auftreten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Andreas Wilke vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Bildungsforschung in Berlin ist das Hot-Hand-Ph\u00e4nomen dennoch in erster Linie keine Wahrnehmungst\u00e4uschung. &#8222;Die Hot-Hand-Studien galten als \u00fcberraschend, weil sie zeigten, dass Menschen beim Einsch\u00e4tzen zuf\u00e4lliger Prozesse schlecht abschnitten. Wir glauben allerdings, dass der umgekehrte Fall noch weitaus \u00fcberraschender gewesen w\u00e4re.&#8220;<\/p>\n<p>In der Natur sind wirklich zuf\u00e4llige Verteilungen au\u00dferordentlich selten, der Glaube an Muster und Serienereignisse bringt dagegen Vorteile. Wer Fr\u00fcchte sammelt, tut gut daran, dort zu suchen, wo bereits welche auftauchten. Gleiches d\u00fcrfte f\u00fcr andere Bereiche des steinzeitlichen Alltags gegolten haben: etwa bei der Jagd, der Lagerplatzsuche oder der Partnerwahl. &#8222;Das Hot-Hand-Ph\u00e4nomen ist ein evolution\u00e4r erworbenes Verhaltensmuster&#8220;, sagt Wilke.<\/p>\n<p>Um dies nachzuweisen, luden er und sein Kollege Clark Barrett von der University of California in Los Angeles zwei Probandengruppen zum Experiment: Amerikanische Studenten sowie Angeh\u00f6rige des ecuadorianischen Volks der Shuar, bei denen das Sammeln noch immer wesentlich zum Bestreiten des Lebensunterhalts beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Beide Gruppen lie\u00df er an einer Art virtueller Suche nach Objekten teilnehmen: Ein Zufallsgenerator entschied dabei f\u00fcr jeden Zeitschritt, ob auf einem Bildschirm ein Objekt auftauchte oder nicht. Jedes Mal mussten die Teilnehmer im Anschluss tippen, ob im n\u00e4chsten Bild der Gegenstand erneut erscheinen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Sowohl bei den Antworten der Studenten, als auch denen der Ecuadorianer zeigte sich das Hot-Hand-Ph\u00e4nomen. Allein dies gelte schon als Anzeichen f\u00fcr eine kulturunabh\u00e4ngige \u2013 und damit m\u00f6glicherweise entwicklungsgeschichtliche \u2013 Ursache, so die Forscher. Kaum einen Unterschied machte es au\u00dferdem, ob Wilke und Barrett Dinge verwendeten, die in der Natur vorkommen oder von Menschen gemacht sind.<\/p>\n<p>Bei solchen Objekten, die gew\u00f6hnlich eher gleichm\u00e4\u00dfig verteilt sind, wie Bushaltestellen an einer Stra\u00dfe oder Nester in einem Baum, fanden die Wissenschaftler, dass ihre Probanden weniger stark H\u00e4ufigkeiten erwarteten als bei auch nat\u00fcrlicherweise geh\u00e4uft auftretenden Gegenst\u00e4nden. Offenbar k\u00f6nne man sich die Hot-Hand-Wahrnehmung zu einem gewissen Grad abtrainieren oder an beobachtete H\u00e4ufigkeiten anpassen, erl\u00e4utern die Wissenschaftler. F\u00fcr eine optimale Jagd- und Sammelstrategie sei diese F\u00e4higkeit wichtig.<\/p>\n<p>Nur wenn auch f\u00fcr die Probanden vollkommen offensichtlich der Zufall regierte, blieb kaum etwas vom Hot-Hand-Ph\u00e4nomen \u00fcbrig. F\u00fcr die Studenten war das dann der Fall, wenn sie Ergebnisse von M\u00fcnzw\u00fcrfen voraussagen sollten. Die Shuar hingegen, die nach eigenen Angaben mit der Zuf\u00e4lligkeit des Kopf-oder-Zahl-Spiels nicht vertraut waren, sch\u00e4tzten auch hier wieder nach der altbew\u00e4hrten Strategie: &#8222;Wenn gerade ein paar Mal &#8218;Kopf&#8216; kam, wird wohl auch das n\u00e4chste Mal &#8218;Kopf&#8216; kommen.&#8220;<\/p>\n<p>Gewiefte Gl\u00fccksspieler d\u00fcrften hier allerdings stutzen: Wer das Gef\u00fchl hat, in letzter Zeit h\u00e4ufiger Asse auf der Hand gehabt zu haben, beginnt zu f\u00fcrchten, dass die Wahrscheinlichkeit, wieder eines zu bekommen, immer weiter abnimmt. Auch bei diesem Effekt spekulieren die Wissenschaftler \u00fcbrigens \u00fcber einen evolution\u00e4ren Hintergrund: Diesmal sei es allerdings nicht darum gegangen, das suchende Umherstreifen strategisch zu optimieren, sondern um die ganz allt\u00e4gliche Erfahrung, dass Ressourcen eben nicht auf ewig halten.&#8220;<\/p>\n<p>https:\/\/www.spektrum.de\/news\/vom-gesetz-der-serie\/980928<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WARUM&#8230; Ich DAS ver\u00f6ffentliche? Ihr WERDET verstehen! Es GIBT den Zufall&#8230; ABER keine Serie DAVON! \ud83d\ude09 &#8222;ANTHROPOLOGIE Vom Gesetz der Serie Wer glaubt, dass sich die Gewinnserie seines Lieblingsvereins auch am n\u00e4chsten und \u00fcbern\u00e4chsten Spieltag fortsetzen wird, macht sich statistischer Ignoranz verd\u00e4chtig &#8211; folgt aber m\u00f6glicherweise nur einer uralten Strategie. 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